Forschungsinformationssystem des BMVI

zurück Zur Startseite FIS

Ausrüstung im Hafen für den Transport und Umschlag der Windkraftanlagen

Erstellt am: 27.02.2013 | Stand des Wissens: 24.06.2022
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg, Institut für Maritime Logistik, Prof. Dr.-Ing. C. Jahn

Die einzelnen Komponenten sind im Bereich des Umschlags auf die Transportschiffe in zwei Kategorien zu unterteilen: Gondeln und Gründungsstrukturen, welche sehr schwer und groß sind, und die restlichen Komponenten der Offshore-Windkraftanlagen, wie Turmsegmente oder Flügel, welche im Vergleich kleiner und leichter sind. Komponenten wie Gondeln und insbesondere die Gründungsstrukturen erreichen je nach Typ eine Höhe von bis zu 50 Metern oder ein Gewicht von bis zu 1.800 Tonnen [Hoef10].
An Land werden für den Transport von Getriebegondeln, Turmsegmenten und Fundamenten Self-Propelled Modular Transporter (SPMT) eingesetzt [Schu12a, S. 19]. Dabei handelt es sich um selbstangetriebene modulare Transporter, um fahrbare Plattformen mit mehreren Achslinien. Um ihre Tragfähigkeit zu vergrößern, können mehrere Plattformen zu einer großen Plattform zusammengeschlossen werden. Alle Räder lassen sich einzeln lenken, was den Plattformen die notwendige Manövrierfähigkeit verschafft. Am Übergabepunkt zum Schiff angelangt, bestehen die folgenden Möglichkeiten mit einem Self-Propelled Modular Transporter:
  • Die Transporter verfahren die Komponente direkt auf einen Ponton und setzen sie dort ab (beispielsweise BLG in Bremerhaven).
  • Die Transporter übergeben an schienengebundene Transporter, welche die Komponente auf einen Ponton versetzen [BIS11a]
Im Hafen finden sich des Weiteren Portalkräne, welche dazu genutzt werden, Komponenten wie Fundamente oder Rotorblätter auf Pontons umzuschlagen (wie zum Beispiel in der Offshore Basis Cuxhaven in Cuxhaven).
Beim Umschlag kommen vor allem Schwerlastkräne (Mobilkräne) zum Einsatz, welche eine große Nutzlast von bis zu 500 Tonnen aufweisen [HaSH11, S. 14]. Eine weitere Möglichkeit ist der Umschlag mit bordeigenen Schwerlastkränen der Jack-up-Schiffe. Mit diesen Kranen ist ein Umschlag der Turmsegmente und Rotorblätter aufs Schiff möglich. Die Rotorblätter befinden sich am Anfang und Ende in speziellen Stahlgerüsten, welche gleichzeitig als Anschlagpunkte für den Umschlag auf das Transportschiff dienen.
Neben den bereits genannten Umschlaggeräten kommen auf der Terminalfläche darüber hinaus noch weitere kleinere Fahrzeuge wie Schwerlaststapler oder Reachstacker zum Einsatz. Diese erledigen Aufgaben, welche oftmals im Zusammenhang mit den spezifischen Prozessen jedes einzelnen Terminals stehen, so wie den Umschlag von Rotorblättern.
Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg, Institut für Maritime Logistik, Prof. Dr.-Ing. C. Jahn
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Ausbau von Infra- und Suprastruktur (Stand des Wissens: 24.06.2022)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?496369
Literatur
[BIS11a] BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH (Hrsg.) Offshore Wind Port Bremerhaven, 2011
[HaSH11] Hafenkooperation Offshore-Häfen Nordsee SH (Hrsg.) Hafenkooperation "Offshore-Häfen Nordsee Schleswig-Holstein", Husum, 2011
[Hoef10] Höflich, B. Fundamente für Offshore-Windenergieanlagen, 2010/10
[Schu12a] von Schubert, B. (Hrsg.) Sun & Wind Energy - Special Edition Offshore 2012, BVA Bielefelder Verlag GmbH & Co. KG, Bielefeld, 2012
Glossar
Tragfähigkeit Wasserverdrängung eines voll abgeladenen Schiffes abzüglich der Schiffsmasse. Umfasst die Massen von Besatzung, Passagieren, Ladung, Brennstoffen, Wasser und aller Vorräte.
übliche Abkürzungen:  Tons deadweighttdw), Dead weight tons)

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?405983

Gedruckt am Donnerstag, 29. September 2022 03:42:24