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Fluglärmkommission und Flugroutenplanung

Erstellt am: 30.04.2012 | Stand des Wissens: 11.03.2019
Ansprechpartner
Bauhaus-Universität Weimar, Professur Verkehrssystemplanung, Prof. Dr.-Ing. Plank-Wiedenbeck

Für jeden Verkehrsflughafen, der dem Fluglinienverkehr angeschlossen ist und für den ein Lärmschutzbereich nach dem Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm [FluLärmG] festgesetzt wurde, wird eine Fluglärmkommission gebildet. Sie dient der Beratung der Genehmigungsbehörde, des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung und der Deutschen Flugsicherung GmbH über die Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung gegen Fluglärm und Luftverunreinigungen im Flugplatzumland und stellt eine besonders geregelte Art der Bürgerbeteiligung dar. Die hierfür gültige Rechtsgrundlage ist Paragraph 32 b Luftverkehrsgesetz [LuftVG]. Die Fluglärmkommission besteht im Regelfall aus 15 Vertretern verschiedener Bereiche, die von der Genehmigungsbehörde berufen werden. Zudem ist die Mitgliedschaft stets ehrenamtlich. Grundsätzlich setzt sich die Fluglärmkommission aus den nachfolgend aufgeführten Bereichen zusammen [LuftVG]:
  • Vertreter der vom Fluglärm betroffenen Gemeinden im Flughafenumland,
  • Vertreter der Bundesvereinigung gegen Fluglärm,
  • Vertreter der Luftfahrzeughalter,
  • Vertreter des Flughafens,
  • Vertreter, der von der Landesregierung bestimmten, obersten Landesbehörden,
  • weitere Mitglieder, soweit es die besonderen Umstände des Einzelfalles verlangen.
Bei den regelmäßig stattfindenden Sitzungen beraten die Mitglieder der Fluglärmkommission über die von der Deutschen Flugsicherung GmbH eingereichten Planungsentwürfe von Flugverfahren, vorrangig betreffs der Gestaltung von An- und Abflugrouten. Dabei werden die entwickelten Entwürfe hinsichtlich grundsätzlicher Richtlinienkonformität geprüft und die Verfahren evaluiert. Ausgehend von dieser Analyse werden anschließend Änderungsvorschläge und Maßnahmen als Empfehlung abgeleitet. Diese werden endgültig der Deutschen Flugsicherung GmbH zugeführt und je nach Güte und Eignung in den Routengestaltungsprozess einfließen. Werden diese Vorschläge von den verantwortlichen Behörden jedoch als ungeeignet oder nicht durchführbar eingestuft, besteht gesetzlich die Mitteilungspflicht an die Fluglärmkommission unter der Angabe von Gründen. Bei der gesetzlich bestellten Fluglärmkommission handelt es sich um ein Gremium, dessen Kompetenzen ausschließlich eine beratende Funktion implizieren. Ein direktes Eingreifen sowohl in den flugbetrieblichen Planungsprozess an sich, als auch in die verbindliche Festlegung der Flugrouten ist demzufolge nicht möglich.
 
Ansprechpartner
Bauhaus-Universität Weimar, Professur Verkehrssystemplanung, Prof. Dr.-Ing. Plank-Wiedenbeck
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Gestaltung von Flugrouten (Stand des Wissens: 11.03.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?389710
Rechtsvorschriften
[FluLärmG] Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm (FluLärmG)
[LuftVG] Luftverkehrsgesetz (LuftVG)

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?389198

Gedruckt am Freitag, 10. April 2020 11:53:02