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Regiopol-Regionen

Erstellt am: 27.06.2011 | Stand des Wissens: 15.01.2021
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
Institut für Mobilitäts- und Stadtplanung, Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr.-Ing. Dirk Wittowsky

Bisher bekannt und bestimmend waren Metropolen oder auch Metropolregionen. Im Jahr 2006 fand die Bezeichnung Regiopole zunächst als Arbeitsbegriff für ein neues Forschungs- und Politikfeld der Universität Kassel Eingang in die wissenschaftlichen Diskussionen. "Unter Regiopolen sollen zunächst die kleineren Großstädte außerhalb von Metropolregionen" [ArRe11, S. 8] "mit einem herausgehobenen oberzentralen Status" [HR09] verstanden werden. Der Begriff Regiopole setzt sich dabei aus den griechischen Wörtern "regio" (Region) und "polis" (Stadt) zusammen.
Regiopolen sind (komplexe) Städte mit besonderen Funktionen und Merkmalen, welche als Standorte der Wissensgesellschaft, Anziehungspunkte als auch regionale Entwicklungsmotoren gelten. Zudem hat die Regiopole hohe Bedeutung in einem funktionalen Verflechtungsraum. "Im Fokus steht deshalb ihre besondere regionale Rolle, nicht jedoch die absolute ökonomische Performance" [ArRe11, S. 8]. Städte, die durch eine bestimmte historische Entwicklung derzeit die Folgen des Demografischen Wandels spüren und einen ökonomischen Strukturwandel erleben, können dennoch Regiopolen sein, da diese unter bestimmten Rahmenbedingungen Planung und Politik auf die Herausforderungen der Wissensökonomie sowie der Globalisierung abstimmen können. Sie sind somit Aktionsraum politischer, zivilgesellschaftlicher als auch wirtschaftlicher Akteure und bedeutend für die räumliche Entwicklung einer Region.
Gleichzeitig sind Regiopolen immer auch Oberzentren mit den zugehörigen Versorgungseinrichtungen, allerdings gilt nicht jedes Oberzentrum gleich als Regiopol-Region [ArRe11]. Zudem sollen sie folgende zwei Kriterien erfüllen:
  1. Lage außerhalb der engeren Metropolregionen und
  2. die Einwohnerzahl der Kernstadt oder des Städteverbundes muss über 100.000 liegen.
Beispiele für Regiopolen [Regi18] sind Bielefeld, Kiel, Erfurt, Würzburg, Freiburg und Rostock.
Eine Umsetzung des Konzepts der Regiopolregion findet in Rostock als Regiopolregion Rostock statt (www.regiopolregion-rostock.de). In Bezugnahme auf den Bedeutungsgewinn durch den ICE-Knoten im Rahmen des VDE 8 wird auch von der Regiopole Erfurt gesprochen [Erfu10].
Regiopolen können besonders künftig Bedeutung erlangen, wenn sie als Städte konzeptionelle Bestandteile des Schauplatzes für den Modernisierungsprozess in der Wissensgesellschaft sind.
Ansprechpartner
Institut für Mobilitäts- und Stadtplanung, Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr.-Ing. Dirk Wittowsky
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Raumordnung und Raumentwicklung (Stand des Wissens: 09.01.2020)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?45947
Literatur
[ArRe11] Aring, Jürgen, Reuther, Iris Regiopolen - Die kleinen Großstädte in Zeiten der Globalisierung, 2011
[Erfu10] o.A. ICE-City Erfurt. Machbarkeitsstudie, 2010/04
[HR09] Hansestadt Rostock,, Regionaler Planungsverband Mittleres Mecklenburg/Rostock,, IHK zu Rostock,, Ministerium für Verkehr, Bau und Landesentwicklung MV 7 Kernziele der Regiopole-Strategie, 2009/10/27
[Regi18] Potenzielle Regiopolen in Deutschland, 2018
Weiterführende Literatur
[HR13] Regiopolregion Rostock Protokoll Workshop potenzieller Regiopolen und weiterer stadtregionaler Kooperationen , 2013/04/17

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?355286

Gedruckt am Mittwoch, 27. Oktober 2021 09:23:11