Forschungsinformationssystem des BMVI

zurück Zur Startseite FIS

Abbruch der Warmwasserströmung im Atlantik

Erstellt am: 25.03.2011 | Stand des Wissens: 18.09.2014
Ansprechpartner
Technische Universität Berlin, Fachgebiet Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik (WIP) - Prof. Dr. v. Hirschhausen, Prof. Dr. Beckers

Durch eine große Einleitung von Frischwasser und/oder Wärme kann es zu einer Unterbrechung in der atlantischen thermohalinen Zirkulation kommen [Quelle: TP2008]. Diese bezeichnet eine Kombination von Meeresströmungen, die Ozeane miteinander verbinden und für einen Masse-und Wärmeaustausch sorgen. Der Effekt beruht auf unterschiedlichen Salzgehalten und Temperaturunterschieden. Beide Faktoren zusammen ergeben die Dichte des Salzwassers, auch Thermohaline genannt.

Für Nordeuropa führt die Wärmeabgabe an die Atmosphäre zu einer durchschnittlichen Temperaturerhöhung von bis zu 10°C und ist damit die Ursache für das dort herrschende, ungewöhnlich milde Klima.
Unbenannt.jpgDer vermutete Tipping Point wird auf 3 - 5°C geschätzt. Die Wahrscheinlichkeit eines Abbruchs der Atlantikströmung gibt das IPCC bis zum Ende dieses Jahrhunderts mit weniger als 10 Prozent an. Auch ist wohl nicht mit einem plötzlichen Abbruch zu rechnen, sondern vielmehr mit einem stetigen Versiegen über einen Zeitraum von 100 oder mehr Jahren [Quelle: TP2008].

Quelle: Wikimedia

Alle Modelle zeigen bei genügend großer Frischwasserzufuhr einen Kollaps der Atlantischen Wärmeströmung [Quelle: TP2008]. Dabei zeigen einige Modelle eine Rückkehr der Strömung, wenn die Frischwasserzufuhr aufhört, während in anderen Modellen die Unterbrechung permanenter Natur ist.
Ansprechpartner
Technische Universität Berlin, Fachgebiet Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik (WIP) - Prof. Dr. v. Hirschhausen, Prof. Dr. Beckers
Literatur
[TP2008] Timothy M. Lenton, Hermann Held , Elmar Kriegler, Jim W. Hall, Wolfgang Lucht, Stefan Rahmstorf, Hans Joachim Schellnhuber Tipping elements in the Earth's climate system, veröffentlicht in Proceeedings of the National Academy of Sciences of the USA, The National Academy of Sciences of the USA, 2008
Glossar
IPCC Mandat Der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC), wurde ins Leben gerufen, um Entscheidungsträgern und anderen am Klimawandel Interessierten eine objektive Informationsquelle über Klimaänderungen zur Verfügung zu stellen. Der IPCC betreibt selbst keine Wissenschaft und überwacht keine Klimadaten oder -parameter. Seine Aufgabe besteht darin, die aktuelle wissenschaftliche, technische und sozioökonomische Literatur, die weltweit zu dem Thema publiziert wird, umfassend, objektiv, offen und transparent zusammenzutragen und zu bewerten. Das Themengebiet reicht vom Risiko menschengemachter Klimaänderung über ihre beobachteten und projizierten Auswirkungen bis hin zu Anpassungs- und Minderungsoptionen. IPCC-Berichte sollten politisch neutral sein, obgleich sie sich objektiv mit politisch relevanten wissenschaftlichen, technischen und sozioökonomischen Faktoren befassen müssen. Sie sollten hohen wissenschaftlichen und technischen Standards genügen und möglichst eine Vielzahl an Meinungen und Fachkenntnissen sowie eine breite geographische Verteilung widerspiegeln. Wer ist IPCC? Der IPCC ist ein wissenschaftliches zwischenstaatliches Gremium, das von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) ins Leben gerufen wurde. Es besteht aus:
  • Den Regierungen: der IPCC steht allen WMO- und UNEP-Mitgliedsstaaten offen. Deren Regierungen nehmen an IPCC-Vollversammlungen teil, auf denen die wichtigsten Beschlüsse über das Arbeitsprogramm gefasst werden und Berichte angenommen, verabschiedet und genehmigt werden. Sie sind außerdem an der Begutachtung der IPCC-Berichte beteiligt.
  • Den Wissenschaftlern: hunderte von Wissenschaftler aus der ganzen Welt tragen zur Arbeit des IPCC als Autoren und Gutachter bei.
  • Den Menschen: als ein Gremium der Vereinten Nationen strebt der IPCC nach der Förderung der UN Entwicklungsziele.
Die IPCC-Arbeitsgruppen und Task Forces Der IPCC hat zurzeit 3 Arbeitsgruppen und die Task Force on National Greenhouse Gas Inventories. Die Arbeitsgruppen und die Task Force haben klar umrissene, vom Ausschuss verabschiedete Mandate, und ihre Aktivitäten werden von je zwei Ko-Vorsitzenden geleitet. Sie werden je von einem Sekretariat (Technical Support Unit, TSU) und dem Arbeitsgruppen- bzw. Task Force-Vorstand unterstützt. Arbeitsgruppe 1 befasst sich mit den "Wissenschaftlichen Grundlagen von Klimaänderung", Arbeitsgruppe 2 mit "Auswirkungen, Anpassung und Verwundbarkeiten" und Arbeitsgruppe 3 mit der "Verminderung des Klimawandels". Das Hauptziel der Task Force besteht in der Entwicklung und Verfeinerung einer Methode zur Berechnung von und Berichterstattung über nationale THG-Emissionen und -Entnahmen. Zusätzlich zu den Arbeitsgruppen und der Task Force können weitere Task Forces und Leitungsgremien eingerichtet werden, um bestimmte Themen für einen begrenzten Zeitraum oder auch länger zu behandeln. Arbeitsgruppe 1: www.ipcc-wg1.unibe.ch/index.html Arbeitsgruppe 2: www.ipcc-wg2.gov/ Arbeitsgruppe 3: www.ipcc-wg3.de/ Quelle: Deutsche IPCC Koordinierungsstelle

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?345883

Gedruckt am Donnerstag, 18. Juli 2019 04:53:41