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Änderung der Niederschlagsmengen in der Sahara und der trockenen Sahelzone

Erstellt am: 25.03.2011 | Stand des Wissens: 20.09.2018
Ansprechpartner
Technische Universität Berlin, Fachgebiet Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik (WIP) - Prof. Dr. v. Hirschhausen, Prof. Dr. Beckers

Die Sahara war in der Vergangenheit, z.B. im Holozän, immer wieder durch feuchte und fruchtbare Perioden gekennzeichnet. Die letzte Grünphase der Sahara dürfte dabei vor ca. 5000 Jahren zu Ende gegangen sein [Quelle: TP2008]. Mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf die Sahara und die Sahelzone wurden modelliert, die Ergebnisse sind aber abhängig von der Zukunft des westafrikanischen Monsuns. Dieser wiederum wird beeinflusst durch die Temperatur der Meeresoberfläche im Atlantik.

Die Erderwärmung würde auch zu einer Erwärmung der Meeresoberfläche führen und somit zu einer Zunahme an Niederschlag in der Sahelzone. Dem gegenüber steht die beobachtete Abnahme der Niederschlagsmenge in der Sahelzone in den vergangenen Jahren. Forscher führen dies auf eine höhere Aerosolkonzentration in der Luft zurück, die über den Albedo-Effekt eine Abkühlung der nördlichen Hemisphäre zur Folge hat [Quelle: TP2008].

Modellierungsergebnisse über das 21. Jahrhundert hinaus zeigen verschiedene mögliche Entwicklungen. Kommt es zu einem Kollaps des westafrikanischen Monsuns kann dies einerseits zu einer weiteren Abnahme der Niederschlagsmengen führen. Andere Szenarien zeigen aber auch eine Zunahme der Niederschlagsmenge, sollte die Meeresoberflächentemperatur im Golf von Guinea um mehr als 3°C ansteigen. In diesem Fall ist mit einer erneuten Grünphase der Sahara, wie zuletzt vor 5000 Jahren, zu rechnen [Quelle: TP2008]. Dies ist eine der wenigen möglichen positiven Folgen eines Tipping Points.

Ein weiteres Szenario zeigt keine großen Veränderungen in der mittleren Niederschlagsmenge, allerdings kommt es zu einer Verdopplung von überdurchschnittlich trockenen Perioden bis zum Ende des Jahrhunderts. Auch hier wird deutlich, dass die zukünftigen Auswirkungen des Klimawandels noch mit einer großen Unsicherheit behaftet sind, da viele Mechanismen und Wechselwirkungen noch nicht, oder nicht ausreichend, erforscht sind.
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Technische Universität Berlin, Fachgebiet Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik (WIP) - Prof. Dr. v. Hirschhausen, Prof. Dr. Beckers
Literatur
[TP2008] Timothy M. Lenton, Hermann Held , Elmar Kriegler, Jim W. Hall, Wolfgang Lucht, Stefan Rahmstorf, Hans Joachim Schellnhuber Tipping elements in the Earth's climate system, veröffentlicht in Proceeedings of the National Academy of Sciences of the USA, The National Academy of Sciences of the USA, 2008
Glossar
Szenarien Ein Szenario ist ein Bild der Zukunft, das sich aus einer bestimmten Kombination von relevanten Einflussfaktoren und Rahmenbedingungen entwickelt. Das grundsätzliche Anliegen von Szenarien besteht darin, verschiedene Handlungsoptionen zu verdeutlichen und ihre Folgewirkungen transparent zu machen.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?345863

Gedruckt am Sonntag, 19. Mai 2019 14:44:03