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Abschmelzen des Grönländischen Eisschilds

Erstellt am: 25.03.2011 | Stand des Wissens: 20.09.2018
Ansprechpartner
Technische Universität Berlin, Fachgebiet Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik (WIP) - Prof. Dr. v. Hirschhausen, Prof. Dr. Beckers

Modellierungen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die großen Eisgebiete dieser Erde führen für gewöhnlich zu mehreren möglichen, stabilen Zuständen und zeigen sowohl lineare als auch nicht-lineare Zusammenhänge. Somit sind Ergebnisse, insbesondere bezüglich der quantitativen Aussagen, mit einem hohen Maß an Unsicherheit behaftet.

Dennoch führt der Klimawandel in allen Szenarien eindeutig zu einer Erwärmung insbesondere der Randgebiete großer Eismassen, was zu einem Rückgang in der Dicke führt. Dieser Feedback-Effekt kann zum Überschreiten eines Tipping Points führen, was zu einem weiter beschleunigten Abschmelzen des Grönlandeis bis hin zum völligen Verschwinden führen kann.

Dadurch kann es bereits bei einem teilweisen Verlust des Grönlandeis zu einem Anstieg des Meeresspiegels zwischen 1,9 bis 3 Meter kommen. Der Tipping Point für das Abschmelzen des Grönlandeis liegt zwischen 1,9 bis 4,6 °C Temperaturerhöhung zum vorindustriellen Niveau. Diese Temperaturerhöhung ist innerhalb des prognostizierten, möglichen Anstiegs bis zum Ende des 21. Jahrhunderts [Quelle: TP2008].

Aufgrund von Beobachtungen wurde festgestellt, dass der Grönland-Eisschild bereits mit einer deutlich schnelleren Rate zurückgeht, als dies durch Klimamodelle vorhergesagt wurde. Insbesondere das Abtauen und der Mächtigkeitsverlust an den Randgebieten sind erhöht. Dies kann durch eine Erwärmung der Meere bedingt sein, wird aber teilweise durch eine Zunahme der Mächtigkeit in der Mitte des Eisschildes kompensiert [Quelle: TP2008]. Die Unsicherheit im Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen zeigt sich auch in der Abschätzung der Abtauzeit, falls ein kritischer Punkt überschritten wird: Diese ist mit einer Spannweite von 300 bis über 1000 Jahre angeben.
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Technische Universität Berlin, Fachgebiet Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik (WIP) - Prof. Dr. v. Hirschhausen, Prof. Dr. Beckers
Literatur
[TP2008] Timothy M. Lenton, Hermann Held , Elmar Kriegler, Jim W. Hall, Wolfgang Lucht, Stefan Rahmstorf, Hans Joachim Schellnhuber Tipping elements in the Earth's climate system, veröffentlicht in Proceeedings of the National Academy of Sciences of the USA, The National Academy of Sciences of the USA, 2008
Glossar
Szenarien Ein Szenario ist ein Bild der Zukunft, das sich aus einer bestimmten Kombination von relevanten Einflussfaktoren und Rahmenbedingungen entwickelt. Das grundsätzliche Anliegen von Szenarien besteht darin, verschiedene Handlungsoptionen zu verdeutlichen und ihre Folgewirkungen transparent zu machen.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?345851

Gedruckt am Mittwoch, 22. Mai 2019 08:40:17