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Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit

Erstellt am: 25.03.2011 | Stand des Wissens: 20.09.2018
Ansprechpartner
Technische Universität Berlin, Fachgebiet Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik (WIP) - Prof. Dr. v. Hirschhausen, Prof. Dr. Beckers

In vielen Teilen der Welt steigt die Lebenserwartung kontinuierlich, während die Kindersterblichkeitsrate weiter sinkt (IPCC, 2007). Im Gegensatz zu dieser positiven Tendenz wird aber auch ein verstärktes Auftreten bestimmter Krankheiten, wie das Dengue-Fieber, Malaria, das Hantavirus und der Cholera, beobachtet. Zudem birgt die zunehmende Verstädterung die Gefahr der schnellen Verbreitung von Krankheiten. Insbesondere dann, wenn der Ausbau der sanitären Einrichtungen und der Versorgung mit sauberem Trinkwasser nicht mit der Bevölkerungszunahme schritthalten kann [Quelle: IPCC_WG2].

Der Klimawandel kann somit zu einer Zunahme durch Zwischenwirte übertragener Krankheiten führen, wie beispielsweise Malaria. Hier kann, durch höhere Temperaturen und ein größeres Verbreitungsgebiet der Überträger, die Gefährdung von heute 45 Prozent der Weltbevölkerung auf bis zu 60 Prozent im Jahr 2100 ansteigen. Gleichzeitig ist aber auch mit einem Rückgang an erkältungsbedingten Krankheiten zu rechnen. Allerdings sind solche Schätzungen mit einem hohen Maß an Unsicherheit behaftet, da die Ausbreitung und Sterblichkeitsrate von Krankheiten auch durch die Ernährung, medizinischen Fortschritt, die Verfügbarkeit von sauberem Wasser, den herrschenden hygienischen Standards und der Anfälligkeit der Wirte gegenüber Schädlingsbekämpfungsmitteln beeinflusst wird [Quelle: IPCC_WG2]. Außerdem erhöht der Klimawandel die Häufigkeit und Intensität von Hitzeperioden, die besonders bei Älteren und Geschwächten gesundheitsgefährdend wirken können.

Auch hier gilt, dass insbesondere bereits heute betroffene Regionen und arme Länder, die zugleich noch durch Wasserknappheit gekennzeichnet sind, besonders von den Folgen betroffen sein werden.
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Technische Universität Berlin, Fachgebiet Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik (WIP) - Prof. Dr. v. Hirschhausen, Prof. Dr. Beckers
Literatur
[IPCC_WG2] Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), M.L. Parry, O.F. Canziani, J.P. Palutikof, P.J. van der Linden , C.E. Hanson (eds) Contribution of Working Group II to the Fourth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change, Cambridge University Press, Cambridge, United Kingdom and New York, NY, USA., 2007
Glossar
IPCC Mandat Der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC), wurde ins Leben gerufen, um Entscheidungsträgern und anderen am Klimawandel Interessierten eine objektive Informationsquelle über Klimaänderungen zur Verfügung zu stellen. Der IPCC betreibt selbst keine Wissenschaft und überwacht keine Klimadaten oder -parameter. Seine Aufgabe besteht darin, die aktuelle wissenschaftliche, technische und sozioökonomische Literatur, die weltweit zu dem Thema publiziert wird, umfassend, objektiv, offen und transparent zusammenzutragen und zu bewerten. Das Themengebiet reicht vom Risiko menschengemachter Klimaänderung über ihre beobachteten und projizierten Auswirkungen bis hin zu Anpassungs- und Minderungsoptionen. IPCC-Berichte sollten politisch neutral sein, obgleich sie sich objektiv mit politisch relevanten wissenschaftlichen, technischen und sozioökonomischen Faktoren befassen müssen. Sie sollten hohen wissenschaftlichen und technischen Standards genügen und möglichst eine Vielzahl an Meinungen und Fachkenntnissen sowie eine breite geographische Verteilung widerspiegeln. Wer ist IPCC? Der IPCC ist ein wissenschaftliches zwischenstaatliches Gremium, das von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) ins Leben gerufen wurde. Es besteht aus:
  • Den Regierungen: der IPCC steht allen WMO- und UNEP-Mitgliedsstaaten offen. Deren Regierungen nehmen an IPCC-Vollversammlungen teil, auf denen die wichtigsten Beschlüsse über das Arbeitsprogramm gefasst werden und Berichte angenommen, verabschiedet und genehmigt werden. Sie sind außerdem an der Begutachtung der IPCC-Berichte beteiligt.
  • Den Wissenschaftlern: hunderte von Wissenschaftler aus der ganzen Welt tragen zur Arbeit des IPCC als Autoren und Gutachter bei.
  • Den Menschen: als ein Gremium der Vereinten Nationen strebt der IPCC nach der Förderung der UN Entwicklungsziele.
Die IPCC-Arbeitsgruppen und Task Forces Der IPCC hat zurzeit 3 Arbeitsgruppen und die Task Force on National Greenhouse Gas Inventories. Die Arbeitsgruppen und die Task Force haben klar umrissene, vom Ausschuss verabschiedete Mandate, und ihre Aktivitäten werden von je zwei Ko-Vorsitzenden geleitet. Sie werden je von einem Sekretariat (Technical Support Unit, TSU) und dem Arbeitsgruppen- bzw. Task Force-Vorstand unterstützt. Arbeitsgruppe 1 befasst sich mit den "Wissenschaftlichen Grundlagen von Klimaänderung", Arbeitsgruppe 2 mit "Auswirkungen, Anpassung und Verwundbarkeiten" und Arbeitsgruppe 3 mit der "Verminderung des Klimawandels". Das Hauptziel der Task Force besteht in der Entwicklung und Verfeinerung einer Methode zur Berechnung von und Berichterstattung über nationale THG-Emissionen und -Entnahmen. Zusätzlich zu den Arbeitsgruppen und der Task Force können weitere Task Forces und Leitungsgremien eingerichtet werden, um bestimmte Themen für einen begrenzten Zeitraum oder auch länger zu behandeln. Arbeitsgruppe 1: www.ipcc-wg1.unibe.ch/index.html Arbeitsgruppe 2: www.ipcc-wg2.gov/ Arbeitsgruppe 3: www.ipcc-wg3.de/ Quelle: Deutsche IPCC Koordinierungsstelle

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?345827

Gedruckt am Montag, 26. August 2019 00:18:45