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Lkw-Parkraumbewirtschaftung durch intelligente Verkehrssysteme

Erstellt am: 18.01.2011 | Stand des Wissens: 12.03.2021
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
Bauhaus-Universität Weimar, Professur Verkehrssystemplanung, Prof. Dr.-Ing. Plank-Wiedenbeck

Beauftragt vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) wurde im Jahr 2018 für bewirtschaftete und unbewirtschaftete Rastanlagen der Bundesautobahnen sowie für Autohöfe erneut die Stellplatzsituation für Lastkraftwagen (Lkw) erhoben. Für den Zeitpunkt der Erhebungen wurde ermittelt, dass bundesweit auf und an den Autobahnen ein Defizit von rund 23.350 Lkw-Stellplätzen bestand [BASt19b, S. 6]. Abends und nachts, insbesondere von Montag bis Donnerstag, stehen auf den Rastanlagen zu wenige Lkw-Stellplätze zur Verfügung [BASt19b, S. 8 und 9]. 
Hieraus resultiert für die Lkw-Fahrer ein Parksuchverkehr, der zur Folge hat, dass entweder die maximal erlaubte Lenkzeit überschritten werden muss, bis ein geeigneter Stellplatz gefunden wird, oder ordnungswidrig auf nicht gekennzeichneten Flächen geparkt wird. Dies kann zu massiven Einschränkungen der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer führen [BMVBS11p].

Mögliche Maßnahmen zur Minderung (der negativen Auswirkungen) des Stellplatzdefizits an Autobahnen sind:
  • Neu-, Um- und Ausbaumaßnahmen zur Verbesserung des Parkflächenangebots
  • Zusätzliche Lkw-Parkflächen durch die Einbindung Privater im Rahmen von öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP) Vertragsmodellen [BMVB10]
  • Parkraumbewirtschaftung durch intelligente Verkehrssysteme. Bundesweit wurden Pilotprojekte zur Parkraumbewirtschaftung durch intelligente Verkehrssysteme initiiert, um die am besten geeigneten Methoden zur Belegungserfassung und Informationsübermittlung zu ermitteln [BMVB09].
Weitere Verfahren, die bei einer Parkraumbewirtschaftung durch intelligente Verkehrssysteme Anwendung finden, sind Möglichkeiten zur Vorbuchung von Stellplätzen sowie die Gewährleistung der Sicherheit der Ladung durch Sicheres Parken [Simp09]. Zur Umsetzung dieser Ziele stellt das BMVI in einem ersten Schritt 90 Millionen Euro bis zum Jahr 2024 bereit, diese Förderung soll gerade auch private Investoren ansprechen mehr Lkw-Parkflächen in Autobahnnähe zur Verfügung zu stellen[BMVI20r].
Ansprechpartner
Bauhaus-Universität Weimar, Professur Verkehrssystemplanung, Prof. Dr.-Ing. Plank-Wiedenbeck
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Lkw-Parkraumbewirtschaftung durch intelligente Verkehrssysteme (Stand des Wissens: 09.03.2021)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?340003
Literatur
[BASt19b] Marco Irzik, Marilena Habermann, Ulrich Löhe , Hartmut Treichel Lkw-Parksituation im Umfeld der BAB 2018, 2019
[BMVB09] Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Pilotvorhaben zur Parkraumbewirtschaftung durch Telematik, 2009
[BMVB10] ÖPP Deutschland AG Übersicht ÖPP - Vertragsmodelle, 2010
[BMVBS11p] Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (Hrsg.) Lkw-Parken in einem modernen, bedarfsgerechten Rastanlagensystem, 2011/10/12
[BMVI20r] Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (Hrsg.) BMVI legt neue Förderung für Lkw-Parkplätze vor, 2020/12/29
[Simp09] Jonpaul Simpson Best Practice Handbook Secured European Truck Parking, 2009/04
Weiterführende Literatur
[BAST20] Bundesanstalt für Straßenwesen (Hrsg.) Parksituation für Lkw auf BAB in Deutschland in den Nachtstunden, 2020/04/17
Glossar
Lkw Lastkraftwagen (Lkw) sind Kraftfahrzeuge, die laut Richtlinie 1997/27/EG überwiegend oder sogar ausschließlich für die Beförderung von Gütern und Waren bestimmt sind. Oftmals handelt es sich dabei um Fahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse zwischen 3,5 und 12 Tonnen. In Einzelfällen kann die zulässige Gesamtmasse diese Werte jedoch auch unter- beziehungsweise überschreiten, sofern das Kriterium der Güterbeförderung gegeben ist. Lastkraftwagen können auch einen Anhänger ziehen.
ITS Intelligent Transportation Systems (ITS) ist der Oberbegriff für Transportsysteme, die Informations- und Kommunikationstechnologie zur Unterstützung des Betriebes einsetzen. ITS-Funktionen unterstützen den Fahrer eines Transportmittels, sie sind damit deutlich von automatischen Transportsystemen zu differenzieren, die auf einen fahrerlosen Betrieb abstellen. Die wichtigsten neuen und zum Teil noch in Entwicklung befindlichen Anwendungsfelder zielen auf (1) Verkehrs- und Transportmanagement (Verkehrsinformationen, Verkehrslenkung, Verkehrs- und Parkleitsysteme, automatische Unfallmeldungen, Meldesysteme zum Gefahrgutmonitoring); (2) Elektronische Systeme zur Gebührenerhebung; (3) Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel (dynamische Fahrgastinformationen, Reservierung, spezifische Informationssysteme für Fahrradfahrer und Fußgänger, Steuerung individueller öffentlicher Verkehrsmittel); (4) Systeme zur Unterstützung der Fahrzeugsicherheit (Kollisionsdetektoren, Sektorisierung von Verkehrswegen).
BMVI Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (bis 10/2005 auch BMVBW und bis 12/2013 BMVBS)

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?340023

Gedruckt am Sonntag, 28. November 2021 05:48:09