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Monopolistische Konkurrenz und Selbstfinanzierung

Erstellt am: 07.12.2010 | Stand des Wissens: 22.08.2017
Ansprechpartner
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Volkswirtschaftslehre (ECON), Prof. Dr. Kay Mitusch

Langfristig ist eine Infrastruktur dann optimal ausgelegt, wenn ein Ausgleich zwischen den heterogenen Ansprüchen der Nutzer sowie der Zahlungsbereitschaft für die Deckung der notwendigen Infrastrukturkosten gefunden wurde. Die Erreichung einer solchen idealen Situation kann durch folgende Faktoren begünstigt werden:
  • Konkurrenzsituation von Alternativen, die sich  im realen Raum, also bezüglich der Lage oder Streckenführung  und im Produktcharakteristik-Raum, d.h. in der Ausgestaltung ihrer Kapazität  oder zulässigen Geschwindigkeit unterscheiden.  Die Unterschiede sind allerdings nur so groß, dass verschiedene Alternativen immer noch potentielle Substitute sind.
  • Existenz eines Mechanismus, der zu Markteintritten und Expansion bereits aktiver Marktteilnehmer anreizt. Aktive Marktteilnehmer sollen keine Gewinne abschöpfen, sondern eventuell vorhandene überschüssige Einnahmen vollständig in den Ausbau der Infrastruktur investieren.
  • Dynamik im Wettbewerb und ein Glaube, dass eine expansive Kapazitätsbereitstellung wichtig für das wirtschaftliche Überleben einer Infrastruktur ist.
  • Kein sehr hohes Risikoempfinden, was die Höhe der zukünftigen Nachfrage anbelangt.
Die Folge ist ein Wettbewerb zwischen Verkehrsträgern und auch zwischen Knoteninfrastrukturen eines einzelnen Verkehrsträgers (wie: Häfen und Flughäfen) mit der Tendenz zu einem gewissen Überangebot, dem jedoch Vielfaltsnutzen entgegen steht. Eine solche Situation kann sowohl bei staatlicher als auch privater Infrastrukturbereitstellung eintreten.

Allerdings wird eine optimale Balance zwischen Kostendeckung und Vielfaltsnutzen nur dann eintreten, wenn die Infrastrukturen näherungsweise zu Vollkosten bepreist werden. Dieser Gedankengang ist ein Element der Begründung der Idee der selbstfinanzierten Infrastruktur. Ein Übergang zur Selbstfinanzierung der jeweiligen Verkehrsträger hat folgende Vorteile:

  • Kompatibel sowohl mit staatlich als auch privat bereitgestellten Infrastrukturen
  • Balance zwischen Kostendeckung und Vielfaltsnutzen
  • Verursachergerechte Gebührenerhebung möglich
  • Entkoppelung von Investitionen und Erhaltungsmaßnahmen vom öffentlichen Haushalt und  damit zeitnahe Durchführung notwendiger Erhaltungsmaßnahmen
Ansprechpartner
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Volkswirtschaftslehre (ECON), Prof. Dr. Kay Mitusch

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?335482

Gedruckt am Dienstag, 25. Februar 2020 16:39:04
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Formen der Bepreisung zur Finanzierung von Verkehrsinfrastruktur (Stand des Wissens: 23.08.2017)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?335946