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Kosten der Infrastrukturbereitstellung und -nutzung

Erstellt am: 06.12.2010 | Stand des Wissens: 22.08.2017
Ansprechpartner
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Volkswirtschaftslehre (ECON), Prof. Dr. Kay Mitusch

Die Kostenfunktionen von Infrastrukturen haben einige Besonderheiten, die in der zugrunde liegenden Technologie begründet sind.

Zum einen liegen langfristig positive Skaleneffekte vor, die zu einer Herausbildung natürlicher Monopole führen. Zusammen mit der Existenz von sogenannten verlorenen Kosten (sunk costs) wird dadurch ein staatliches Eingreifen in die Organisation des Sektors begründet. Eine Grenzkostenbepreisung führt in diesem Fall langfristig nicht zu einer vollständigen Kostendeckung. Zum anderen sind die Kosten der Infrastrukturnutzung nicht nur die Kosten des Betreibers, sondern auch die Kosten der Benutzer selbst und ggf. die Kosten für Effekte, die Dritten entstehen.

Bei der Diskussion der Kosten der Infrastrukturbereitstellung und -Nutzung ist also differenziert zu unterscheiden zwischen:
  • Infrastrukturkosten (des Betreibers) und Nutzerkosten
  • Individuelle und Soziale Kosten
  • Variable Kosten, kurzfristige Grenzkosten und langfristige Grenzkosten
  • Externe Staugrenzkosten und externe Umweltgrenzkosten
Ansprechpartner
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Volkswirtschaftslehre (ECON), Prof. Dr. Kay Mitusch
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Formen der Bepreisung zur Finanzierung von Verkehrsinfrastruktur (Stand des Wissens: 23.08.2017)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?335946
Weiterführende Literatur
[BMVBS07z] Rommerskirchen, Stefan, Rothengatter, Werner, Liedtke, Gernot, Scholz, Aaron, Leypoldt, Patrick, Greinus, Anne Aktualisierung der Wegekostenrechnung für die Bundesfernstraßen in Deutschland, 2007/12/31
[Knie07a] Knieps, Günter Netzökonomie, Gabler/ Wiesbaden , 2007
[Aber09a] Aberle, Gerd Transportwirtschaft, Einzelwirtschaftliche und gesamtwirtschaftliche Grundlagen, Oldenbourg/ München , 2009
Glossar
Economies of Scale Economies of Scale treten auf, wenn die Produktionskosten pro hergestellter Einheit mit zunehmender Produktionsmenge abnehmen.
Grenzkosten Die Grenzkosten des Faktoreinsatzes bezeichnen die zusätzlichen Kosten, die für den Einsatz jeweils einer zusätzlichen Faktoreinheit entstehen oder anders ausgedrückt: sie bezeichnen die Kosten der jeweils "letzten" Faktoreinheit. Da nur die variablen Kosten sich verändern, gehen auch nur diese in die Grenzkosten ein. Fixe Kosten werden nicht berücksichtigt. Die Grenzkosten des Faktoreinsatzes entsprechen im allgemeinen, d.h. bei proportionalen variablen Kosten, den variablen Durchschnittskosten. Weist jedoch die Funktion der variablen Kosten einen diskontinuierlichen Verlauf auf, weil bspw. ab einer bestimmten Grenze variable Abschreibungen entstehen, dann müssen die variablen Kosten der letzten Faktoreinheit zur Bestimmung der Grenzkosten herangezogen werden.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?335387

Gedruckt am Montag, 24. Februar 2020 05:20:31