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Das Modell der monopolistischen Konkurrenz

Erstellt am: 06.12.2010 | Stand des Wissens: 12.05.2020
Ansprechpartner
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Volkswirtschaftslehre (ECON), Prof. Dr. Kay Mitusch

Das Modell der monopolistischen Konkurrenz stellt eines von verschiedenen Modellen zu Märkten dar. Die monopolistische Konkurrenz ist ein theoretischer Ansatz, der Kostendeckung und Wohlfahrtsmaximierung bei fallenden Durchschnittskosten in Übereinstimmung zu bringen versucht. Er eignet sich deshalb zur Beschreibung der Preisbildung bei selbstfinanzierten Infrastrukturen.
Ein Markt befindet sich im Zustand der monopolistischen Konkurrenz, wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind [MaTa08]:
  • Die Produkte sind ähnlich, ihre Eigenschaften werden von den Nachfragern trotzdem als leicht unterschiedlich wahrgenommen.
  • Anbieter können in den Markt ein- oder aus diesem austreten. Langfristig pendelt sich die Zahl der Anbieter so ein, dass keiner der aktiven Anbieter einen Gewinn erzielt, wohl aber seine Kosten deckt.
  • Einzelne Anbieter und Nachfrager agieren unabhängig voneinander, d.h. es gibt keine Zusammenschlüsse von oder Absprachen zwischen Anbietern oder Nachfragern.
  • Aufgrund einer Vielzahl von Anbietern hat eine Preissetzung eines Anbieters keinen Einfluss auf die Preissetzung der anderen Anbieter. Auch in Fällen, in denen nur wenige Anbieter im Markt aktiv sind, ist die Voraussetzung erfüllt, wenn jeder Anbieter glaubt, dass die Konkurrenten nicht auf sein Preissetzungsverhalten reagieren.
Vom Monopol, in dem es nur einen Anbieter für ein bestimmtes Gut gibt, unterscheidet sich diese Marktform durch das Vorhandensein einer Vielzahl von vergleichsweise ähnlichen Alternativen. Diese Tatsache erlaubt es den Konsumenten, relativ leicht den Anbieter zu wechseln, ohne auf wesentliche Eigenschaften des ursprünglich nachgefragten Gutes verzichten zu müssen. Der Konsument hat aufgrund der breiten Produktpalette einen Nutzen aus Vielfalt. Im Falle des Verkehrs wären dies entweder andere Verkehrsmittel oder innerhalb des Verkehrsmodus ein anderer Anbieter, wie zum Beispiel unterschiedliche Fluggesellschaften. Unter bestimmten Voraussetzungen wie konstante Nachfrage bzw. auch unter erweiterten Voraussetzungen kann das Marktergebnis bei monopolistischer Konkurrenz näherungsweise als ein optimaler Ausgleich zwischen Kostenminimierung der Anbieter und Nutzenbefriedigung der Nachfrager angesehen werden.
Ansprechpartner
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Volkswirtschaftslehre (ECON), Prof. Dr. Kay Mitusch
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Formen der Bepreisung zur Finanzierung von Verkehrsinfrastruktur (Stand des Wissens: 12.05.2020)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?335946
Literatur
[MaTa08] Mankiw, N. G., Taylor, M. P. Grundzüge der Volkswirtschaftslehre, Schäffer-Poeschel, Stuttgart, 2008, ISBN/ISSN 978-3-7910-2787-6

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?335335

Gedruckt am Dienstag, 26. Mai 2020 08:29:31