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Das Modell der monopolistischen Konkurrenz

Erstellt am: 06.12.2010 | Stand des Wissens: 22.08.2017
Ansprechpartner
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Volkswirtschaftslehre (ECON), Prof. Dr. Kay Mitusch

Das Modell der monopolistischen Konkurrenz eines von verschiedenen Modellen von Märkten. Ein Marktmodell ist dabei als eine Vorstellung oder Gedankenbild davon zu verstehen, wie Anbieter und Nachfrager eines bestimmten Guts interagieren. Die Monopolistische Konkurrenz ist ein theoretischer Ansatz, der Kostendeckung und Wohlfahrtsmaximierung bei fallenden Durchschnittskosten in Übereinstimmung zu bringen sucht. Er eignet sich deshalb zur Beschreibung der Preisbildung bei selbstfinanzierten Infrastrukturen.

Ein Markt befindet sich im Zustand der monopolistischen Konkurrenz, wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind [MaTa08]:
  • Die Produkte sind ähnlich, ihre Eigenschaften werden von den Nachfragern trotzdem als leicht unterschiedlich wahrgenommen.
  • Anbieter können in den Markt ein- oder aus diesem austreten. Langfristig pendelt sich ihre Zahl so ein, dass keiner der aktiven Anbieter einen Gewinn erzielt, wohl aber seine Kosten deckt.
  • Einzelne Anbieter und Nachfrager agieren unabhängig voneinander, d.h. es gibt keine Zusammenschlüsse von oder Absprachen zwischen Anbietern oder Nachfragern.
  • Aufgrund einer Vielzahl von Anbietern hat eine Preissetzung eines Anbieters keinen Einfluss auf die Preissetzung der anderen Anbieter. Auch in Fällen, in denen nur wenige Anbieter im Markt aktiv sind, ist die Voraussetzung erfüllt, wenn jeder Anbieter glaubt, dass die Konkurrenten nicht auf sein Preissetzungsverhalten reagieren.
Im langfristigen Marktgleichgewicht stellt sich die Situation wie folgt dar:


Monopolistische Konkurrenz

Abb. 1: Monopolistische Konkurrenz
Vom Monopol, in dem es nur einen Anbieter für ein bestimmtes Gut gibt, unterscheidet sich diese Marktform durch das Vorhandensein einer Vielzahl von vergleichsweise ähnlichen Alternativen. Dies erlaubt es den Konsumenten, relativ leicht den Anbieter zu wechseln, ohne auf wesentliche Eigenschaften des ursprünglich nachgefragten Gutes verzichten zu müssen. Der Konsument hat aufgrund der breiten Produktpalette einen Nutzen aus Vielfalt. Im Falle des Verkehrs wären dies entweder andere Verkehrsmittel oder innerhalb des Verkehrsmodus ein anderer Anbieter, wie zum Beispiel unterschiedliche Fluggesellschaften. Unter bestimmten Voraussetzungen (wie: konstante Nachfrage) bzw. auch unter erweiterten Voraussetzungen und dann näherungsweise kann das Marktergebnis bei monopolistischer Konkurrenz als ein optimaler Ausgleich zwischen Kostenminimierung der Anbieter und Nutzenbefriedigung der Nachfrager betrachtet werden.

Ansprechpartner
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Volkswirtschaftslehre (ECON), Prof. Dr. Kay Mitusch
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Formen der Bepreisung zur Finanzierung von Verkehrsinfrastruktur (Stand des Wissens: 23.08.2017)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?335946
Literatur
[MaTa08] Mankiw, N. G., Taylor, M. P. Grundzüge der Volkswirtschaftslehre, Schäffer-Poeschel, Stuttgart, 2008, ISBN/ISSN 978-3-7910-2787-6

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?335335

Gedruckt am Dienstag, 21. Januar 2020 15:13:22