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Internationalisierung von Innovationsprozessen

Erstellt am: 24.11.2010 | Stand des Wissens: 11.07.2020
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Volkswirtschaftslehre (ECON), Prof. Dr. Kay Mitusch

Die dem Innovationsprozess zu Grunde liegenden F&E-Aktivitäten werden von den verschiedensten Akteuren getragen. Dabei ist es für die meisten Akteure keine Option sondern eine Notwendigkeit, international tätig zu werden (vgl. [APFU09], S.267). Wie dieser Bericht zeigt, hat dies verschiedene Gründe und Ursachen. Diese internationalen Aktivitäten können unter dem Begriff der Internationalisierung (als Eingrenzung der Globalisierung) zusammengefasst werden und beziehen sich auf die vielfältigen Verbindungen zwischen Nationalstaaten, Gesellschaften und deren Akteure (vgl. [APFU09], S.7).
intern.jpgAbbildung 1: Motive für Internationalisierungstendenzen des Innovationsprozesses (Eigene Darstellung nach GAZE96, S.3)

Historisch gesehen wurde unter dem Begriff der Internationalisierung lediglich die Ausweitung der Absatzmärkte verstanden. Gerade für exportorientierte Länder wie Deutschland spielt der Außenhandel eine essentielle Rolle. Archibugi und Iammarino (1999) betonen, dass es zunehmend zu einer internationalen Ausbeutung von national produzierten Innovationen kommt. Später kam die Produktion auf den auswärtigen Märkten hinzu, um zum Beispiel die günstigeren Produktionsbedingungen vor Ort auszunutzen. Bereits existierende Produkte und Technologien mussten außerdem auf die einzelnen Märkte (Marktmotiv) angepasst werden. Um neue Produkte und Technologien zu entwickeln, wurden die Akteure immer mehr gezwungen, sich an den internationalen Wissensflüssen zu beteiligen. So kann sich ein technologieintensives Unternehmen heute kaum noch leisten, seine Aktivitäten lediglich auf den Heimatmarkt zu beschränken ([REGE97], S.10), zum einen, um die Absatzmärkte besser zu bedienen. So wachsen die Kundenansprüche auf den weltweiten Absatzmärkten und fordern ein "Customizing" der Innovationsaktivitäten eines Akteurs ([GAZE96], S.3). Zum anderen, um den steigenden technologischen Anforderungen gerecht zu werden. So erfordert gerade die Internationalisierung der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten internationale Strategien, um durch die örtliche Nähe eine Verkürzung der Entwicklungszeiten und Entscheidungsprozesse zu erreichen. Dadurch wird der technologische Wandel gestärkt und gleichzeitig das Risiko minimiert von internationalen Wissensflüssen ausgeschlossen (Wissensmotiv) zu werden. So gibt es keinen Zweifel daran, dass die F&E-Tätigkeiten, die letztendlich für Innovationen verantwortlich sind, von Akteuren ansteigend international ausgerichtet sind.
Ansprechpartner
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Volkswirtschaftslehre (ECON), Prof. Dr. Kay Mitusch
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Innovation und Verkehr (Stand des Wissens: 08.07.2020)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?334383
Literatur
[APFU09] Apfelthaler, Gerhard, Fuchs, Manfred Management internationaler Geschäftstätigkeit , Springer, 2009
[GAZE96] Gassmann, Oliver, von Zedtwitz, Maximilian Internationales Innovationsmangement - Gestaltung von Innovationsprozessen im globalen Wettbewerb , Verlag Vahlen, 1996
[REGE97] Reger, Guido Koordination und strategisches Management internationaler Innovationsprozesse, veröffentlicht in Schriftenreihe des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung (ISI), 1997

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?334185

Gedruckt am Montag, 4. Juli 2022 14:09:47