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Consumer Direct Logistics in der E-Logistik

Erstellt am: 29.01.2003 | Stand des Wissens: 30.11.2018
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Bauhaus-Universität Weimar, Professur Verkehrssystemplanung, Prof. Dr.-Ing. Plank-Wiedenbeck

Eine große Herausforderung in der Konsumgüterindustrie besteht in den sogenannten "Consumer Direct Logistics". Darunter wird die Lieferung von Lebensmitteln und anderen Konsumgütern des täglichen Bedarfs an die Haustür des Konsumenten unter Zuhilfenahme moderner Kommunikationsmedien, wie beispielsweise dem Internet oder dem Mobile Computing, verstanden [KlKr08, S. 92].

Nachdem viele Unternehmen bereits am Versuch Consumer Direct Logistics anzubieten scheiterten, existieren heute nur noch wenige seriöse Unternehmen in diesem Segment. Schwierigkeiten ergeben sich insbesondere bei der effizienten Belieferung der Kunden [PrPf02, S. 5-15].

In der von "Efficient Consumer-Response-Europe" initiierten Studie zum Thema "Consumer Direct Logistics" können die an der Studie beteiligten Unternehmen in drei erfolgsversprechende Gruppen eingeordnet werden: Distance Seller, Local Hero und Problem Solver. Diese Gruppen unterscheiden sich vor allem in ihren angebotenen Produkten und Dienstleistungen [PrPf02, S. 37-61].

Distance Seller: Der Distanzhändler basiert auf dem klassischen Versandhandel. Er bietet ausschließlich sogenannte Dry Goods, wie zum Beispiel Katzenfutter, Waschmittel und ähnliches an. Die Aufnahme von begrenzt haltbarer Ware in das Angebot würde zu einer schwierigeren Handhabung beim Transport führen. Die Bestellungen werden deutschlandweit beziehungsweise landesweit zu den einzelnen Konsumenten ausgeliefert. Distanzhändler nutzen für den Kundenkontakt verschieden Kanäle (Internet, Kataloge, und weitere). Typische Distanzhändler sind Quelle und Amazon.

Local Hero: Der Local Hero bietet seinen Kunden das komplette Supermarktsortiment an, was im Gegensatz zum Distanzhändler auch frische, gekühlte und gefrorene Ware mit einschließt. Der Zielmarkt von Local Heroes befindet sich nur in dicht besiedelten Gebieten, so dass sie nur ein lokales beziehungsweise regionales Gebiet beliefern. Die Bestellungen werden in der Regel innerhalb des nächsten Tages zum Kunden beziehungsweise zur angegebenen Lieferadresse geliefert. Typische Local Heroes sind zum Beispiel Tesco (tesco.com) und Rewe (shop.rewe.de).

Problem Solver: Der Problemlöser ist in Deutschland bisher nicht vertreten. Er liefert sieben Tage die Woche, rund um die Uhr und innerhalb der kürzesten Zeit alles, was der Kunde benötigt. Dies schließt unter anderem auch warme Mahlzeiten oder die Entsorgung von Sondermüll mit ein. Der Fokus liegt somit auf Zusatzleistungen und auf einer schnellen Belieferung. Der Preis für eine derartige Leistung ist jedoch relativ hoch, da die Abwicklung eines solchen Auftrages meist einen hohen Aufwand fordert.
Ansprechpartner
Bauhaus-Universität Weimar, Professur Verkehrssystemplanung, Prof. Dr.-Ing. Plank-Wiedenbeck
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
E-Logistik (Stand des Wissens: 14.12.2018)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?293780
Informations- und Kommunikationstechnologien in der Logistik (Stand des Wissens: 24.09.2018)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?286415
Literatur
[KlKr08] Krieger, W., Klaus, Peter, Prof. Gabler Lexikon Logistik (4. Auflage), Ausgabe/Auflage 4. Auflage, Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden, 2008, ISBN/ISSN 978-3-8349-0149-1
[PrPf02] Prockl, Günter , Pflaum, Alexander Consumer Direct Logistics, 2002

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?31419

Gedruckt am Freitag, 24. Mai 2019 06:53:39