Forschungsinformationssystem des BMVI

zurück Zur Startseite FIS

Erfolgskontrolle und Qualitätssicherung des Parkraummanagements

Erstellt am: 25.03.2010 | Stand des Wissens: 14.01.2019
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Kommunikationswirtschaft, Prof. Dr. Ulrike Stopka

Nach der Einführung von Parkraummanagementmaßnahmen bleibt zunächst die Frage offen, ob die erwarteten Wirkungen und Ergebnisse in der prognostizierten Form tatsächlich eintreten. Um die Vertrauenswürdigkeit und Akzeptanz zu steigern, ist eine nachträgliche Erfolgskontrolle der Maßnahme erforderlich. Die Erfolgskontrolle kann die erwarteten Ergebnisse bestätigen oder Fehleinschätzungen aufzeigen.
Es muss geprüft werden, ob die vorhergesagten Verkehrswirkungen eingetreten sind, wie die Kosten des Verkehrs sich verändert haben und ob die erwartete Ziele eingetreten sind. Die Erfolgskontrolle sollte bestenfalls auch darstellen können, aus welchen Gründen ein erwartetes Ergebnis nicht zustande gekommen ist und welche Faktoren dafür verantwortlich sind.

Die Veränderung der Nachfrage nach Stellplätzen im öffentlichen Straßenraum hängt vor allem von folgenden Einflussgrößen ab: 
  • Größe des Untersuchungsgebiets / des Ballungsraums
  • Qualität des öffentlichen Personennahverkehrs
  • Lage des betroffenen Gebiets innerhalb der Stadt
  • Nutzungsdichte, -verteilung und -mischung innerhalb der Stadt
  • Ausprägung des Parkraummangels
  • Art der Parkraumbewirtschaftung (zum Beispiel Höhe der Parkgebühren)
  • Parkraumbedarf und Parkraumnachfrage im Ausgangszustand
Wegen der Schwierigkeit, die Parkraumnachfrage aufgrund der Vielzahl von Einflussfaktoren zu prognostizieren, muss die Wirkung von Maßnahmen der Parkraumbewirtschaftung durch Nachheruntersuchungen festgestellt werden. Die Untersuchungen im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsvorhaben "ParkenBerlin" haben gezeigt, "dass die Überwachung des ruhenden Verkehrs das wesentliche Kriterium der Wirtschaftlichkeit ist" [Difu09,S.20].

Die Nachheruntersuchungen sollten methodisch in derselben Weise durchgeführt werden, wie die Vorheruntersuchungen, um eine gute Vergleichbarkeit zu erhalten. Zusätzlich ist es denkbar, dass das Kontrollpersonal während der Kontrollgänge die freien Stellplätze an den einzelnen Baublockseiten tageszeitenabhängig erfasst. Solche Nachheruntersuchungen sollten nicht unmittelbar nach Einführung einer Parkraumbewirtschaftung erfolgen, sondern erst wenn die Dynamik der Veränderung abgeklungen ist, das heißt sich die Nachfrage an das neue Angebot angepasst hat. Bereits in der Planungsphase sind die Nachheruntersuchungen einzukalkulieren.
Um negative Reaktionen der Parkraumnutzer frühzeitig zu erkennen und deren Ursachen schnell zu beseitigen, muss das Konzept von den zuständigen Planungsinstanzen kritisch begleitet und gegebenenfalls auf eine Anpassung von Regelungen hin gearbeitet werden. Dies kann auch in Zusammenarbeit mit politischen Gremien und Bürgerausschüssen erfolgen. Folgende Fragen stehen dabei besonders im Fokus: 
  • Auslastung des Parkraums zu den verschiedenen Tageszeiten bzw. für durch die verschiedenen Nutzergruppen
  • Anteil des Bewohnerparkens
  • Vergabe von Parklizenzen
  • Entwicklung des kurzzeitigen Kurzzeitparkens durch Bewohner
  • Entwicklung der Parkvorgänge in Nachbarbezirken
  • Verlagerungseffekte in nicht bewirtschaftete Bereiche
  • Verlagerungseffekte auf andere Verkehrsmittel
  • Entwicklung illegalen Parkverhaltens
Wichtig ist, dass nicht nur eine einmalige Erfolgskontrolle, sondern ein kontinuierliches Qualitätsmanagement durchgeführt wird, um sicherzustellen, dass Maßnahmen der Parkraumbewirtschaftung Wirkungen zeigen und somit für die Bürger bemerkbar sind und auf Zustimmung stoßen. Es ist aber auch die Effizienz durch verbesserte und flexible Überwachungsroutinen und die kontinuierliche Kontrolle und Anpassung der Instrumente wie Bewirtschaftungszeiten, Gebührenhöhen und räumliche Abgrenzung der Parkzonen sicherzustellen [Difu09,S.25].
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Kommunikationswirtschaft, Prof. Dr. Ulrike Stopka
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Parkraummanagement zur Sicherstellung der Parksituation im städtischen Raum (Stand des Wissens: 08.03.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?29129
Literatur
[Difu09] Deutsches Institut für Urbanistik, Lehmbrock, M., Heinrichs, E., Kohlen, R., Uricher, A., Preuss, Th., Dittrich, S. ParkenBerlin - Abschlussbericht, Berlin, 2009/09
Weiterführende Literatur
[RöWB02] Bamberg, Sebastian, Dr., Rölle, Daniel, M. A. (Sozialwissenschaften), Weber, Christoph, Dr. Akzeptanz und Wirksamkeit verkehrspolitischer Maßnahmen, Mensch & Buch Verlag, 2002
[Preu09] Thomas Preuß Erfahrungsaustausch zur Parkraumbewirtschaftung in ausgewählten deutschen Großstädten, 2009/08
[GeKo08] Geiger, Walter, Kotte, Willi Handbuch Qualität, Vieweg & Sohn Verlag, GWV Fachverlage GmbH / Wiesbaden, 2008, ISBN/ISSN 978-3-8348-0273-6
[Kirch02a] Kirchhoff, Peter Städtische Verkehrsplanung - Konzepte, Verfahren, Maßnahmen, Ausgabe/Auflage 1. Auflage, Teubner Verlag / Wiesbaden, 2002/05, ISBN/ISSN ISBN 978-3-519-00351-9

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?301072

Gedruckt am Samstag, 8. August 2020 11:13:27