Forschungsinformationssystem des BMVI

zurück Zur Startseite FIS

Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien in der E-Logistik

Erstellt am: 22.01.2003 | Stand des Wissens: 19.03.2019
Ansprechpartner
Bauhaus-Universität Weimar, Professur Verkehrssystemplanung, Prof. Dr.-Ing. Plank-Wiedenbeck

Neben einem durchdachten Logistikkonzept sind für die erfolgreiche Durchführung von elektronischem Handel (Electronic-Commerce, E-Commerce) informatorische Prozesse und integrierte Daten über die gesamte Kette sowie flexible Planungs-, Steuerungs- und Simulationsinstrumente von hoher Bedeutung. Insbesondere bei zeitkritischen Gütern sind für den Kunden die Lieferfähigkeit des Anbieters, der Aufenthaltsort der von ihm bestellten Ware sowie der voraussichtliche Liefertermin von hoher Relevanz. Aus diesem Grund spielen Mehrwerte wie Online-Verfügbarkeit, Abbildung des Bestellfortschritts oder "Tracking und Tracing" eine bedeutende Rolle.

Besonders wichtig ist ein möglichst aktuelles Bestandsmanagement. So kann verhindert werden, dass Bestellungen angenommen werden, die eigentlich aufgrund fehlender Verfügbarkeit nicht mehr sofort abgewickelt werden können. Dazu wird neben einer Schnittstelle zum Lagerverwaltungssystem, in der die Ein- und Ausgänge der Ware erfasst werden, auch eine genaue Festlegung benötigt, welches System für den eigenen "Shop" beziehungsweise die eigene Lagerverwaltung das führende Bestandssystem ist. Häufig stellen sich Transportunternehmer und Logistikdienstleister die Frage: "Welche Lösung benötigt mein Unternehmen überhaupt?" (s. Abbildung 1).

Für Speditionen und Transportunternehmen ist am Markt eine große Auswahl unterschiedlicher Softwarelösungen verfügbar. Die Produkte haben unterschiedliche Leistungsumfänge; einige sind modular aufgebaut und verfügen über diverse Zusatzmodule [Ftk04, S. 3]. Die am Markt herrschende Vielfalt ist auch ein Indiz für die Relevanzverschiebung zwischen Informations- und Warenlogistik. Insbesondere im E-Commerce wird die Leistungsfähigkeit der physischen Logistik von der Leistungsfähigkeit der Informationslogistik bestimmt.
relevanz.jpgAbb. 1: Relevanzverschiebung zwischen Informations- und Warenlogistik [AlSc00, S. 78]
Ansprechpartner
Bauhaus-Universität Weimar, Professur Verkehrssystemplanung, Prof. Dr.-Ing. Plank-Wiedenbeck
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
E-Logistik (Stand des Wissens: 14.12.2018)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?293780
Informations- und Kommunikationstechnologien in der Logistik (Stand des Wissens: 24.09.2018)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?286415
Literatur
[AlSc00] Rainer Alt, Beat Schmid Logistik und Electronic Commerce - Perspektiven durch zwei sich wechselseitig ergänzende Konzepte, veröffentlicht in Zeitschrift für Betriebswirtschaft, Ausgabe/Auflage 70,1, 2000
[Ftk04] FTK Forschungsinstitut für Telekommunikation, Dortmund Softwaresysteme in Speditionen. Anwendungsbereiche, Lösungen, Marktüberblick, FTK Forschungsinstitut für Telekommunikation Martin-Schmeißer-Weg 4 44227 Dortmund, 2004/01/30
Glossar
Logistikdienstleister Logistikdienstleister (abgekürzt: LDL; Englisch: logistics service provider) bezeichnet die Weiterentwicklung des traditionellen Speditionsgeschäfts. Über Transport, Umschlag und Lagerung (TUL) hinaus bietet der LDL weitere Leistungen und Lösungen an, zum Beispiel kundenbezogene Lagerung, Kommissionierung, Assemblierung, Fakturierung usw. LDL und 3PL werden häufig synonym verwendet.
Lagerverwaltungssystem Lagerverwaltungssysteme (LVS) (engl. Warehouse Management Systems WMS) sind softwarebasierte Systeme für die unternehmerische Verwaltung von Warenlagern und Distributionszentren. In diesen Systemen werden u.a. die Lagerposition von Artikeln in Hochregallagern, Kleinbehälterlagern oder Handlagern verwaltet. Dieses beinhaltet auch den Wareneingang und den Versand.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?29458

Gedruckt am Sonntag, 19. Mai 2019 14:55:02