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Entwicklung der Seeschifffahrt in Deutschland

Erstellt am: 13.03.2010 | Stand des Wissens: 25.10.2019
Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg, Institut für Verkehrsplanung und Logistik, Prof. Dr.-Ing. H. Flämig

Der Güterumschlag in deutschen Seehäfen hat sich in den Jahren 1990 bis 2017 von 146 Millionen Tonnen auf 299,5 Millionen Tonnen etwa verdoppelt. Auch ist der Einbruch durch die Wirtschaftskrise von 321 Millionen Tonnen im Jahr 2008 auf 261 Millionen Tonnen im Jahr 2009 überwunden. Dabei ist der Versand von Gütern stärker gestiegen als der Empfang. Während sich der Versand von 46,1 Millionen Tonnen im Jahr 1990 auf 123,9 Millionen Tonnen im Jahr 2008 fast verdreifachte, verdoppelte sich der Empfang annähernd von 99,5 Millionen Tonnen auf 196,72 Millionen Tonnen im selben Zeitraum. Bedingt durch die Wirtschaftskrise hat der Güterumschlag in deutschen Seehäfen 2009 um 18 Prozent abgenommen. Danach setzte eine Phase der Erholung ein, wobei jedoch der Güterumschlag vor der Krise von 321 Millionen Tonnen im Jahr 2008 noch nicht wieder erreicht wurde. Auch nach dem Jahr 2009 stieg der Versand stärker an als der Empfang, wobei der Warenempfang im Jahr 2017 179,3 Millionen Tonnen und der Versand 120,2 Millionen Tonnen betrug [BMVI18s, S.70 f].
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Abb. 1: Güterumschlag in deutschen Seehäfen (Empfang und Versand), eigene Darstellung nach [BMVI18s]
Güterumschlag nach Häfen
Der Hamburger Hafen ist der mit Abstand leistungsfähigste Seehafen Deutschlands. Hier wurden im Jahr 2017 mit 118,8 Millionen Tonnen knapp 40 Prozent der Güter in deutschen Seehäfen umgeschlagen. Es folgen Bremen-Bremerhaven mit 21 Prozent und Wilhelmshaven mit etwa 8 Prozent der gesamtdeutschen Umschlagleistung [BMVI18s, S.71].
Seeschifffahrt_2019_2.JPGAbb. 2: Güterumschlag in deutschen Seehäfen 2016, eigene Darstellung nach [BMVI18s]
Entwicklung der Containerschifffahrt
Die Containerschifffahrt bleibt auch weiterhin das dynamischste Marktsegment der Weltschifffahrt. Die durch den Container möglich gewordene schnelle und kostengünstige Be- und Entladung von Schiffen sowie die damit verbundene Reduktion von Hafenliegezeiten führte auch in Deutschland zu einem starken Anstieg umgeschlagener Container. Insgesamt stieg der Containerumschlag zwischen 1990 und 2008 von 2,45 Millionen TEU (Twenty-foot Equivalent Unit) auf 15,67 Millionen TEU. Im Jahr 2009 wurden aufgrund des Einbruchs durch die Wirtschaftskrise nur insgesamt 11,9 Millionen TEU umgeschlagen. Bis 2014 stieg der Umschlag wieder auf 15,9 Millionen TEU an, sank anschließend jedoch erneut auf 15,129 Millionen TEU im Jahr 2017 [BMVI18s, S. 75].
Seeschifffahrt_2019_3.JPGAbb. 3: Containerumschlag in deutschen Seehäfen (Empfang und Versand), eigene Darstellung nach[BMVI18s]
Empfang und Versand nach Fahrtgebieten
Bei der Betrachtung der Güterströme nach Fahrtgebieten lässt sich die zunehmende globalwirtschaftliche Bedeutung asiatischer Staaten nachvollziehen. Während im Jahr 1994 nur 6 Prozent der in deutschen Seehäfen empfangenen Güter aus Asien stammten, sind es im Jahr 2015 etwa 18 Prozent (siehe Abbildung 4) [BMVI18s, S. 204].
Binnenschiff2019_NEUKREIS1.JPGAbb. 4: Güterempfang in deutschen Seehäfen nach Fahrtgebieten 1994 und 2017 [BMVI16c; BMVI18s]
Beim Güterversand ist eine ähnliche Tendenz zu beobachten. Hier blieben die Anteile der Güter nach Fahrtgebieten zwischen den Jahren 1994 und 2017 in etwa konstant, wobei der Anteil Europas zu Gunsten Asiens leicht sank (siehe Abbildung 5) [BMVI18s, S.204 f.].
Binnenschiff2019_NEUKREIS1.JPGAbb. 5: Güterversand in deutschen Seehäfen nach Fahrtgebieten 1994 und 2017 [BMVI14h; BMVI18s]
Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg, Institut für Verkehrsplanung und Logistik, Prof. Dr.-Ing. H. Flämig
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Güterverkehrsentwicklung in Deutschland (Stand des Wissens: 07.01.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?293800
Literatur
[BMVI14h] Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Verkehr in Zahlen 2014/15, Ausgabe/Auflage 43. Jahrgang, DVV Media Group GmbH / Hamburg, 2014, ISBN/ISSN 978-3-87154-493-4
[BMVI16c] Radke, Sabine Verkehr in Zahlen 2016/2017, Ausgabe/Auflage 45, 2016/09, ISBN/ISSN 978-3-87154-591-7
[BMVI18s] Radke, Sabine (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) Verkehr in Zahlen 2018/2019, 2018/09
Glossar
Twenty-foot equivalent unit Zwanzig-Fuß-Äquivalente-Einheit (Twenty-foot Equivalent Unit). Eine statistische Hilfsgröße auf der Basis eines 20-Fuß-ISO-Containers (6,10 m Länge) zur Beschreibung von Verkehrsströmen oder -kapazitäten. Ein genormter 40'-ISO-Container der Reihe 1 entspricht 2 TEUs.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?292070

Gedruckt am Montag, 27. Januar 2020 10:41:13