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AIF - Projekt "Supply Chain Risk Management Navigator"

Erstellt am: 11.03.2010 | Stand des Wissens: 20.05.2014
Auftraggeber / Förderer:   Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen
Auftragnehmer:   Technische Universität Hamburg, Institut für Logistik und Unternehmensführung, Prof. Dr. Dr. h.c. W. Kersten
Projektkoordination:   Prof. Dr. Wolfgang Kersten
Projektpartner:  
Projektstand:   abgeschlossen
Webseite:   http://www.logu.tu-harburg.de/de/forschung/projekt ...
Raumbezug:   Bundesrepublik Deutschland
Veröffentlichung:   [TUHH09] Schlussbericht zum AIF-Projekt "Supply Chain Risk Management Navigator"
In der heutigen Zeit stehen vermehrt nicht mehr nur einzelne Unternehmen miteinander in direktem Wettbewerb, sondern es konkurrieren ganze 'Ketten' von Unternehmen um Marktanteile und Wettbewerbsvorteile. Damit kommt dem Supply Chain Management (SCM) eine entscheidende Rolle für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu. Vor diesem Hintergrund hat in den letzten fünf Jahren das Thema 'Supply Chain Risk Management' zunehmend an Aufmerksamkeit gewonnen.

Der SCM-Gedanke findet beim Risikomanagement bisher wenig Berücksichtigung. Empirische Studien belegen, dass Supply Chain Risk Management in der Praxis im Hinblick auf Verbreitung und Umsetzung erhebliche Defizite aufweist. Der geringe Grad an Umsetzung von Supply Chain Risk Management-Ansätzen ist vor allem durch einen Mangel bei der Entwicklung von praxisnahen Methoden und Instrumenten bedingt. Dies gilt in besonderem Maße für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), denen häufig die Ressourcen für ein aktives SCRM fehlen. Eine praktikable Betrachtung der Risiken von der SC- bis zur Unternehmensebene mit Typisierung der SC-Risikosituation und einer systematischen Ableitung von Handlungsempfehlungen steht also bislang aus.

Ziel des Projektes war es daher, einen umfassenden methodischen Rahmen für ein effektives und effizientes Management von Unternehmens- und Supply Chain-spezifischen Risiken zu entwickeln: den Supply Chain Risk Management Navigator. Dieser wurde anschließend KMU-gerecht mit Hilfe eines Tools (Demonstrator) umgesetzt. Aus wirtschaftlicher Sicht ergeben sich daraus weit reichende Vorteile, die die Wettbewerbsfähigkeit von KMUs erhöhen. So werden KMUs systematisch unterstützt, einen standardisierten Prozess zur Risiko-Identifikation, -Analyse, -Bewertung, -Steuerung und -Kontrolle zu etablieren und dabei die Supply Chain-übergreifende Perspektive zu berücksichtigen.
Ansprechpartner
Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen
Technische Universität Hamburg, Institut für Logistik und Unternehmensführung, Prof. Dr. Dr. h.c. W. Kersten
Literatur
[TUHH09] Technische Universität Hamburg, Institut für Logistik und Unternehmensführung, Prof. Dr. Dr. h.c. W. Kersten Schlussbericht zum AIF-Projekt "Supply Chain Risk Management Navigator", 2009
Glossar
Supply Chain Management Supply Chain Management lässt sich vereinfacht als Abfolge oder Kette von Aktivitäten beschreiben, um Kunden und/oder Märkte erfolgreich zu bedienen - also effizienter und effektiver zu arbeiten. Zu diesem Zweck werden die Ketten in einem - und zwischen Unternehmen ganzheitlich betrachtet. Durch diesen Überblick sollen sich die "Supply Chains" aktiv, durchschaubar und über verschiedene Unternehmensbereiche hinweg, gestalten lassen. Als Supply Chains zählen einerseits die Verflechtung des Materialflusses innerhalb eines Unternehmens (z.B.: Produktion, Lagerung, Transport) sowie zwischen Unternehmen (z.B.: Milchbauer, Großhändler, Joghurthersteller, Einzelhandel, Kunde). Weitere Supply Chains im Sinne des SCM sind Informationsflüsse und Geldströme.
KMU Kleine und Mittelere Unternehmen Eine einheitliche Definition existiert für diesen Wirtschaftsbereich nicht. Zur wissenschaftlichen und politischen Auseinandersetzung mit dem Mittelstand (KMU) gehört in jedem Fall die Strukturierung des Unternehmensbestandes nach Größenklassen. In Ermangelung weiterer typisierender Daten beschränkt sich die Beschreibung von Unternehmensgrößenstrukturen in der Regel auf die Merkmale "Umsatz" und "Zahl der Beschäftigten". Gegebenenfalls sind zusätzlich qualitative Erklärungs- und Beschreibungsmerkmale einzubeziehen. Siehe dazu Institut für Mittelstandsforschung Bonn. Kleine und mittlere Unternehmen (definiert durch die Europäische Kommission): Definition von KMU durch die EU bis Ende 2004 (Empfehlung des Rates 96/280/EG): Mittlere Unternehmen: Weniger als 250 Mitarbeiter und Umsatz bis 40 Mio. Euro oder Bilanzsumme bis 27 Mio. EUR Kleine Unternehmen: Weniger als 50 Mitarbeiter und Umsatz bis 7 Mio. Euro oder Bilanzsumme bis 5 Mio. EUR Kleinstunternehmen: Weniger als 10 Mitarbeiter, keine Grenzen bezüglich Umsatz oder Bilanzsumme Definition von KMU durch die EU ab 1. Januar 2005 (Empfehlung des Rates 2003/361/EG): Mittlere Unternehmen: Mitarbeiter bis 249 und Umsatz bis 50 Mio. EUR oder Bilanzsumme bis 43 Mio. EUR. Kleine Unternehmen: bis 49 Beschäftigte, Umsatz bis 10 Mio. EUR oder Bilanzsumme bis 10 Mio. EUR Kleinstunternehmen: bis 9 Mitarbeiter, Umsatz oder Bilanzsumme bis 2 Mio. EUR (beide finanziellen Schwellenwerte waren hier bisher nicht definiert). Die Ein-Personen-Gesellschaft wird auch in der Neudefinition weiterhin als eigene Kategorie geführt.
Supply Chain Als Supply Chain (Liefer- oder Wertschöpfungskette) bezeichnet man ein organisationsübergreifendes Netzwerk, welches als Gesamtsystem Güter für einen bestimmten Markt hervorbringt. Die heutigen Supply Chains sind aufgrund der Vielzahl von beteiligten Zulieferern, Dienstleistern und Kunden - die wiederum an anderen Supply Chains beteiligt sein können - sehr komplexe, interdependente Gebilde. Treffender müsste daher eine Supply Chain, aufgrund der häufig vorkommenden netzwerkartigen Struktur der zusammenarbeitenden Unternehmen, als "Supply Network" bezeichnet werden.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?291636

Gedruckt am Donnerstag, 12. Dezember 2019 06:36:25