Forschungsinformationssystem des BMVI

zurück Zur Startseite FIS

Kosten von Bioethanol

Erstellt am: 06.03.2010 | Stand des Wissens: 25.04.2016
Ansprechpartner
Technische Universität Berlin, Fachgebiet Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik (WIP) - Prof. Dr. v. Hirschhausen, Prof. Dr. Beckers

Die Herstellkosten von Ethanol werden stark von den zum Einsatz kommenden Rohstoffen und der Anlagengröße bestimmt. So machen die Kapitalkosten für moderne Anlagen nur etwa 0,1 EUR/l der Herstellkosten pro Liter aus. Da die Preise für Energiepflanzen starken Schwankungen unterliegen, lässt sich nur schwer eine generelle Aussage zu den Herstellkosten in Deutschland treffen.

Die Kosten für Ethanol aus Weizen werden in der Literatur mit ca. 50 bis 60 EuroCent pro Liter angegeben (www.landwirtschaft-mlr.baden-wuerttemberg.de), für Ethanol aus Zuckerrohr in Brasilien ca. 20 EuroCent pro Liter und in den USA mit 35 EuroCent pro Liter auf der Basis von Mais. Aufgrund der bereits heute als relativ ausgereift geltenden Technologie ist mit keiner nennenswerten Kostenreduktion in der Herstellung aus zucker- oder stärkehaltigen Pflanzen zu rechnen.

Für E85 und E50 zahlt man ca 0,9 Euro/l (Stand: Januar 2010). Setzt man den Preis mit dem Energiegehalt in Relation (um ca. 35 % geringer als Ottokraftstoff), liegen die Kosten bei 1,20 Euro/l benzinequivalent. Bioethanol kann aufgrund der Mineralölsteuerbegünstigung in Deutschland wettbewerbsfähig angeboten werden. Im Vergleich zu Methanol und zum Benzin liegen die Herstellungskosten von Ethanol zwar höher, die Wettbewerbsfähigkeit erhöht sich jedoch durch sinkende Produktionskosten und steigende Benzinpreise.

Bei der Verwendung von höheren Ethanolkonzentrationen als E5 sind Anpassungen am Motor nötig. Der Aufpreis für z.B. die Flexifuel-Technologie bei Privatfahrzeugen beträgt ab Werk ca. 300 Euro (für Ford Focus und Ford C-MAX) [Quelle: Ford AG]. Diese Technologie ermöglicht den Einsatz von konventionellem Ottokraftstoff als auch von E85.

Preisindex.gifAbb. 1: [Quelle: CARM10]
Ansprechpartner
Technische Universität Berlin, Fachgebiet Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik (WIP) - Prof. Dr. v. Hirschhausen, Prof. Dr. Beckers
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Biokraftstoffe der ersten Generation (Stand des Wissens: 29.03.2010)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?304398
Literatur
[CARM10] Centrales Agrar-Rohstoff-Marketing- und Entwicklungs-Netzwerk e.V. Preisentwicklung bei Bio-Ethanol (E85), Straubing, 2010
Glossar
CH3OH = Methanol. Ist eine farblose, brennend schmeckende, giftige, bei Einnahme durch den Menschen zur Erblindung oder zum Tod fuehrende, leicht brennbare und sehr fluechtige Fluessigkeit. Methanol verbrennt mit blauer, fast unsichtbarer Flamme und bildet mit Luft explosionsfaehige Gemische. In der Natur kommt es in Baumwollpflanzen, Heracleum-Fruechten, Graesern und in aetherischen Oelen vor. Methanol ist eines der wichtigsten Ausgangsstoffe fuer Synthesen in der chemischen Industrie. Methanol ist giftig. Seine giftige Wirkung beruht auf der in der Leber erfolgenden Oxidation zu Formaldehyd und spaeter zu Ameisensaeure.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?290567

Gedruckt am Dienstag, 20. November 2018 06:37:17