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Auswirkungen größerer Fahrzeuge im ÖPNV auf die Gestaltung von Betriebshöfen

Erstellt am: 10.06.2008 | Stand des Wissens: 14.07.2022
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Bahnverkehr, öffentlicher Stadt- und Regionalverkehr, Prof. Dr.-Ing. R. König

Betriebshöfe sind für die Verkehrsunternehmen unabwendbar, denn das Unternehmen hat für einen betriebssicheren Zustand der Fahrzeuge zu sorgen. Daraus resultierend sind die Verkehrsmittel in regelmäßigen Zeitabständen zu untersuchen und zu Instand zu halten. Der Verkehrsbetrieb kann nach dem Prinzip make or buy gezielt Leistungen fremdvergeben. Allerdings kann sich eine Fremdvergabe bei längeren Fahrzeugen als problematisch darstellen, da auch viele Werkstätten nicht für überlange Verkehrsmittel ausgestattet sind. Daher können Kooperationen, beispielsweise mit anderen Mobilitätsanbietern, sinnvoll sein [Schmi2002].
Überlange Fahrzeuge, insbesondere Doppelgelenkbusse, stellen besondere Anforderungen an die Betriebshof-Infrastruktur. Abstellhallen und Werkstatthallen müssen so ausgeführt werden, dass die Fahrzeuge komplett untergebracht werden können. Insbesondere muss auf eine Durchfahrtsmöglichkeit Wert gelegt werden, da Doppelgelenkbusse kaum rückwärts gefahren werden können. [Warn07]

In der Werkstatt sind die Arbeitsgruben so anzupassen, dass vierachsige Fahrzeuge gegriffen und gehoben werden können (i. d. R. Erweiterung einer bestehenden Anlage). Es ist bei der Standortwahl von Hebebühnen darauf zu achten, dass sich, beim Heben von Doppelgelenkbussen, auf einer Länge von etwa 25 m keine Querträger im Hallendachbereich befinden, an die das Fahrzeug anstoßen kann. [Warn07]

Von der Hamburger Hochbahn, die Doppelgelenkbusse einsetzt, werden die einmaligen Kosten für die Umbaumaßnahmen am Betriebshof mit 450.000 EUR angegeben. [Marah06]
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Bahnverkehr, öffentlicher Stadt- und Regionalverkehr, Prof. Dr.-Ing. R. König
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Größere Fahrzeuge im ÖPNV (Stand des Wissens: 24.05.2022)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?266847
Literatur
[Marah06] Marahrens, Wolfgang, Dipl.-Ing., Landsberger, Klaus, Dipl.-Ing. Großraumbusse auf der Hamburger MetroBus-Linie 5, veröffentlicht in stadtverkehr, Ausgabe/Auflage 2/06, 2006
[Schmi2002] Martin Schmidt, Eberhard Siegert Auf den Weg in den Wettbewerb, veröffentlicht in Der Nahverkehr, Ausgabe/Auflage 7-8/2002, alba-Verlag / Köln, 2002/07
[Warn07] o.A. Megaliner im Kommen: Betrieb und Instandhaltung von Doppelgelenkbussen, veröffentlicht in Das Warnkreuz, Ausgabe/Auflage 2/2007, 2007
Weiterführende Literatur
[FGSV08a] Deutsch, Volker, Dr.-Ing., Nickel, Bernhard E., Dipl.-Ing., et al. Hinweise zu Systemkosten von Busbahn und Straßenbahn bei Neueinführung, FGSV Verlag GmbH, Köln, 2008, ISBN/ISSN 978-3-939715-60-3
Glossar
Öffentlicher Personennahverkehr
Der öffentliche Personennahverkehr ist juristisch im Personenbeförderungsgesetz (PBefG) definiert. Laut Paragraf 8, Absatz 1 und 2 umfasst der ÖPNV "die allgemein zugängliche Beförderung von Personen mit Straßenbahnen, Obussen und Kraftfahrzeugen im Linienverkehr, die überwiegend dazu bestimmt sind, die Verkehrsnachfrage im Stadt-, Vorort- oder Regionalverkehr zu befriedigen". Taxen oder Mietwagen können dieses Angebot ersetzten, ergänzen oder verdichten.
Der Begriff ÖPNV bezieht sich in der Regel auf Strecken mit einer gesamten Reiseweite von weniger als 50 Kilometern oder einer gesamten Reisezeit von weniger als einer Stunde. Das in einer Stadt oder Region erforderliche Nahverkehrsangebot und dessen Eignung hinsichtlich Nachhaltigkeit und Klimaschutz wird in einem Nahverkehrsplan definiert und festgehalten.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?266607

Gedruckt am Dienstag, 29. November 2022 04:53:01