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Praxisbeispiele im betrieblichen Mobilitätsmanagement

Erstellt am: 26.02.2008 | Stand des Wissens: 30.04.2018
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Europäische Praxisbeispiele
Gute Praxisbeispiele für die Einführung des betrieblichen Mobilitätsmanagements finden sich in Europa beispielsweise in Großbritannien, den Niederlanden, Italien, Belgien, Österreich, Schweiz, Dänemark, Frankreich und Schweden [ILSDP07 ; ILS04b].
Eine fördernde übergeordnete Polititik für das Handlungsfeld Mobilitätsmanagement ist ein wichtiger Faktor für die Verbreitung des BMM. Auf der nationalen Ebene kommen in einigen Ländern zum Beispiel folgende Instrumente zum Einsatz [ILSDP07]:
  • "harte" Instrumente:  gesetzliche (Italien) und fiskalischen (Schweiz) Instrumente
  • "weiche" Instrumente: Leitfäden und Handbücher (Frankreich), Gründung von Forschungsinstituten für MM (Österreich), Förderung von Pilotprojekten
"Länder, die Mobilitätsmanagement gesetzlich vorschreiben, beschränken diese Vorschrift meist auf Betriebe, die einen Mitarbeiterstamm von mindestens 100 - 300 Beschäftigten und damit entsprechendes Maß an verkehrlichen Aktivitäten, haben" [ILSDP07, S. 58].
Das Angebot im Handlungsfeld  des betrieblichen Mobilitätsmanagements auf regionaler bzw. kommunaler Ebene beschränkt sich zumeist auf ein Beratungsangebot der am Mobilitätsmanagement interessierten bzw. der gesetzlich dazu verpflichteten Unternehmen [ILSDP07, S. 58].

Deutsche Praxisbeispiele
In Deutschland ist der Einsatz einzelner Maßnahmen des betrieblichen Mobilitätsmanagements durchaus häufig anzutreffen. Solche punktuellen Aktivitäten sind ein erster Schritt zu umfassenderen Strategien eines kommunalen Mobilitätsmanagements. Allerdings sind Gesamtkonzepte, die verschiedene Maßnahmen und Mobilitätsdienstleistungen kombinieren, bislang noch selten.
Die Städte
  • München,
  • Freiburg im Breisgau
zeigen, dass durch eine entsprechende Förderung des betrieblichen Mobilitätsmanagements punktuelle Ansätze in einen systematischen Ansatz überführt werden können [ILSDP07].
Im Rahmen des Aktionsprogramms "effizient mobil"  [dena08] wurden interessierte Betriebe und Kommunen über die Möglichkeiten und Potentiale des Mobilitätsmanagements informiert, regionale Netzwerke gebildet und Best Practice-Beispiele u. a. im BMM erfolgreich ausgezeichnet, z. B. Universitätsklinikum Freiburg/Breisgau.
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Literatur
[dena08] Deutsche Energie-Agentur GmbH (Hrsg.) effizient mobil
Aktionsprogramm für Mobilitätsmanagement, 2008
[ILS04b] Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung des Landes Nordrhein-Westfalen Mobilitätsmanagement - Mobilität besser organisieren!, 2004
[ILSDP07] Müller, Guido, Steinberg, Gernot, Happel, Till, Holz-Rau , Christian , Prof. Dr.-Ing., Kemming, Herbert, Dr., Nickel, Wolfgang, Stiewe, Mechtild, Dipl.-Ing. Weiterentwicklung von Produkten, Prozessen und Rahmenbedingungen des betrieblichen Mobilitätsmanagements durch eine stärkere Systematisierung, Differenzierung und Standardisierung, 2007/08
Weiterführende Literatur
[ILS01a] Müller, Guido Betriebliches Mobilitätsmanagement
Status Quo einer Innovation in Deutschland und Europa unter besonderer Berücksichtigung der Kooperation von Unternehmen und Kommune, ILS des Landes Nordrhein- Westfalen Dortmund, 2001/11
[BMVBW04a] Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr, RWTH Aachen, IVV-Ingenieurgruppe für Verkehrswesen und Verfahrensentwicklung Mobilitätsmanagement - Ziele, Konzepte und Umsetzungsstrategien, veröffentlicht in direkt, Ausgabe/Auflage Heft 58, Wirtschaftsverlag NW, 27564 Bremerhaven, 2004/04, ISBN/ISSN 3-86509-100-8

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?253523

Gedruckt am Freitag, 18. September 2020 15:51:21