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Altengerechtes Servicewohnen in Stuttgart Obertürkheim

Erstellt am: 13.04.2007 | Stand des Wissens: 18.07.2019
Ansprechpartner
Institut für Mobilitäts- und Stadtplanung, Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr.-Ing. Dirk Wittowsky

Ziel des Wohnprojekts in Stuttgart-Obertürkheim war es durch altengerechte Wohnungen und wohnbegleitende Dienstleistungen ein selbständiges Wohnen älterer Menschen zu ermöglichen. Durchgeführt wurde das Projekt von der Stadt Stuttgart, dem Siedlungswerk - gemeinnützige Gesellschaft für Wohnungs- und Städtebau mbH, der Mühlschlegelstiftung und dem Wohlfahrtswerk des Landes Baden-Württemberg.
Die Beteiligten legten besonderen Wert darauf, dass die räumliche Trennung von Wohn- und Pflegebereichen vermieden wurde. Deshalb sind alle Wohnungen für die eventuelle Pflegebedürftigkeit der Bewohner eingerichtet, so dass Personen, auch wenn sie pflegebedürftig werden, in ihrer Wohnung bleiben können. Insgesamt sind 100 Wohnungen in der Wohnanlage untergebracht. Die Anlage ist über öffentliche Verkehrsmittel gut an die Innenstadt von Stuttgart und das Stadtteilzentrum Obertürkheim angebunden. Zudem liegen die Wohnungen in ruhiger Lage in unmittelbarer Nähe zu den Weinbergen.
Bei der Vergabe der Wohnungen gibt es klare Vorgaben. So müssen die Bewerber mindestens 60 Jahre alt sein und dürfen keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. Bei Ehepaaren reicht es aus, wenn einer der Partner über 60 Jahre alt ist. Aufgenommen werden nur Bürger Stuttgarts, wobei Einwohner des Stadtteils Obertürkheim bevorzugt berücksichtigt werden. Um eine gewünschte Mischung der Bewohnerstruktur zu garantieren, erfolgt die Belegung zu einem Drittel mit aktiven älteren Menschen, die sich selbst versorgen können. Ein weiteres Drittel soll mit Älteren, die hauswirtschaftliche Hilfe benötigen, belegt sein. Außerdem soll ein Drittel ältere Menschen mit Pflegebedürftigkeit in der Wohnanlage leben.
Die wohnbegleitenden Dienstleistungen werden zum Teil über eine monatliche Pauschale bezahlt, zusätzlich wählbare Dienstleistungen können gegen Vergütung flexibel angefordert werden. Die Höhe der monatlichen Pauschale und die darin enthaltenen Dienstleistungen richten sich dabei nach Versorgungsstufen, denen die Bewohner zugeordnet werden [DZA98].
Ansprechpartner
Institut für Mobilitäts- und Stadtplanung, Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr.-Ing. Dirk Wittowsky
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Familien- und altengerechte Stadtquartiere (Stand des Wissens: 05.08.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?217279
Literatur
[DZA98] verschiedene Wohnformen älterer Menschen im Wandel - Expertisenband 3 zum zweiten Altenbericht der Bundesregierung, 1998, ISBN/ISSN 3-593-35955-3
Weiterführende Literatur
[MAS06] Arbeitsgruppe "Neue Wohnformen für ältere Menschen" Neue Wohnformen für ältere Menschen, 2006
[NRW03] Kuratorium deutsche Altenhilfe Neue Wohnprojekte für ältere Menschen, 2003
[NRW06] verschiedene Neue Wohnprojekte für ältere Menschen - Gemeinschaftliches Wohnen in Nordrhein-Westfalen, Beispiele und Wege zur Umsetzung, 2006/09
[DZA98a] verschiedene Wohnbedürfnisse, Zeitverwendung und soziale Netzwerke älterer Menschen - Expertisenband 1 zum zweiten Altenbericht der Bundesregierung, 1998, ISBN/ISSN 3-593-35953-7
[BBR95] Breuer, Bernd, Fuhrich, M. Wohnen im Alter - zuhause im Wohnquartier, 1995/08

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?220664

Gedruckt am Mittwoch, 14. April 2021 19:51:31