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Integration des Themas Mobilitätsmanagement in Lehrpläne

Erstellt am: 20.09.2006 | Stand des Wissens: 01.03.2019
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Der Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) zur Verkehrserziehung vom 17.6.1994 weist der Verkehrserziehung neben dem bedeutsamen Element der Sicherheitserziehung auch die Elemente der Sozial-, Umwelt- und Gesundheitserziehung zu. Die Verkehrs- und Mobilitätserziehung wird als Aufgabe aller Schulstufen und Schulformen definiert [MSJK03]. Damit ist die Verankerung des Themas "Nachhaltige Mobilität" in Lehrplänen für ihre Umsetzung in der Schule eine notwendige Voraussetzung. Bislang ist dieses Thema allerdings sehr unterschiedlich in den Lehrplänen der einzelnen Bundesländer verankert. Mit der direkten Zuweisung der Inhalte des Bereichs "Nachhaltige Mobilität" zu den einzelnen Schulfächern wird die Verantwortung für die Umsetzung der Inhalte auf bestimmte Lehrkräfte übertragen [UBA05b].
Eine Differenzierung des Themas "Nachhaltige Mobilität" wird in den schulischen Lehrplänen unterschieden nach der:
  • Primarstufe,
  • Sekundarstufe I und
  • Sekundarstufe II.
In der Primarstufe liegen die inhaltlichen Schwerpunkte der Arbeit vor allem im Bereich der Sicherung des Schulwegs und des Radfahrtrainings. Daneben soll eine umfassende psychomotorische Förderung und Schulung des Bewegungs-, Wahrnehmungs-, Anpassungs- und Reaktionsvermögens als Grundlage der Verkehrs- und Mobilitätserziehung erfolgen. Die Radfahrausbildung erfolgt in der Regel in den dritten und vierten Klassen. Die Schule arbeitet dabei eng mit den Erziehungsberechtigten und der Polizei zusammen [MSJK03].
In der Sekundarstufe I werden sowohl die steigende Teilnahme am Straßenverkehr als auch die Interessen an sozialen, ökologischen, ökonomischen und technischen Problemen berücksichtigt. Im Vordergrund stehen Themen wie die sichere und verantwortungsbewusste Nutzung von Fahrrad und Mofa, die Auswahl geeigneter Verkehrsmittel und -wege, die Vermittlung notwendiger rechtlicher, medizinischer, psychologischer und technischer Kenntnisse sowie die Diskussion grundlegender verkehrspolitischer Fragestellungen [MSJK03].
Die Sekundarstufe II zielt auf die Verkehrs- und Mobilitätserziehung von Schülern, die neben dem Fahrrad auch verstärkt motorisierte Fahrzeuge benutzen. Weitere Themen sind die eigenverantwortliche, sicherheits- und umweltbewusste Teilnahme am Straßenverkehr sowie die erweiterte Diskussion verkehrswissenschaftlicher und verkehrspolitischer Fragestellungen [MSJK03].
Um eine effektive Umsetzung des Themas im Schulunterricht zu erreichen, sollten zusätzlich die folgenden Empfehlungen umgesetzt werden [UBA05b, S. 140 ff.]:
  • Bereitstellung von Lehr- und Informationsmaterialien,
  • Lehrerfortbildungen,
  • Integration in die Lehrerausbildung,
  • Stärkere Vernetzung der Aktivitäten der Bundesländer (z. B. Expertenkreis) und
  • Stärkung des fächerübergreifenden, handlungsorientierten Unterrichts in Schulen.
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Mobilitätsmanagement an Schulen (Stand des Wissens: 01.03.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?112731
Literatur
[MSJK03] k.A. Verkehrs- und Mobilitätserziehung in der Schule - Rahmenvorgabe, 2003, ISBN/ISSN ISBN 3-89314-718-7
[UBA05b] Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH, Verkehrsclub Deutschland (VCD) e. V., Pädagogische Hochschule Schwäbisch-Gmünd Nachhaltige Mobilitätserziehung in Schulen, Heidelberg, 2005/08

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?203182

Gedruckt am Mittwoch, 8. April 2020 17:34:34