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Wirkungsbereiche von betrieblichem Mobilitätsmanagement (BMM)

Erstellt am: 31.10.2002 | Stand des Wissens: 28.08.2018
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Das betriebliche Mobilitätsmanagement (BMM) ist mittlerweile in der Praxis etabliert. Die Aussagen zu den Wirkungen des BMM stützen sich auf Ergebnisse einzelner Vorhaben, für die Evaluationen vorliegen. Allerdings lassen sich die Ergebnisse auf Grund der unterschiedlichen Evaluationsmethoden sowie der Variation der Einflussfaktoren (zum Beispiel Betriebsgröße, Wohnstandortverteilung der Mitarbeiter) untereinander nur bedingt vergleichen.
Grundsätzlich können die Wirkungen des BMM verschiedenen Wirkungsbereichen zugeordnet werden [vgl. ILSDP07, S. 45 ff.]:
  • verkehrliche Wirkungen,
  • städtebauliche Wirkungen,
  • Umweltwirkungen,
  • finanzielle Einsparpotentiale,
  • Auswirkungen auf die Gesundheit und Fitness,
  • weitere Wirkungen.
Durch Maßnahmen des BMM erfolgt in der Regel eine verbesserte Erreichbarkeit des Unternehmensstandortes für Beschäftigte, Besucher und Kunden [ILSDP07].
Die städtebaulichen Effekte des BMM beziehen sich auf die Einsparung von Flächen für die Errichtung von Kfz-Stellplätzen sowie auf weniger abgestellte Fahrzeuge im Straßenraum.
Die Umweltwirkung des BMM kann auf den mit einer Änderung des Verkehrsaufkommens verbundenen CO2-Ausstoß zurückgeführt werden (vgl. [ILSDP07], S. 46). Monetär kaum erfassbar sind Imagegewinne des Unternehmens durch eine verbesserte Ökobilanz.
Das BMM birgt verschiedene finanziellen Einsparpotentiale für die Betriebe und ihre Beschäftigten. Zum Beispiel lassen sich durch eine Parkraumbewirtschaftung Einnahmen erzielen, die zur Mitfinanzierung eines Jobtickets genutzt werden können. Durch eine Reduzierung der Dienstwagenflotte und gleichzeitige Verlagerung der Fahrten auf Carsharing-Fahrzeuge beziehungsweise Dienstfahrräder lassen sich weitere Kosten sparen (vgl. [Schä96]).

Durch die Nutzung alternativer Verkehrsmittel kann "die Zahl der Unfälle auf dem Arbeitsweg und damit auch die Zahl der Krankentage reduziert" sowie die Fitness erhöht werden (vgl. [ILSDP07], S. 46). Dadurch reduzieren sich die Kosten für das Unternehmen infolge von Kranktagen. Eine Zuordnung der Wirkungen auf einzelne Maßnahmen des BMM ist allerdings nicht möglich.
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Betriebliches Mobilitätsmanagement (BMM) (Stand des Wissens: 30.08.2018)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?488524
Literatur
[ILSDP07] Müller, Guido, Steinberg, Gernot, Happel, Till, Holz-Rau , Christian , Prof. Dr.-Ing., Kemming, Herbert, Dr., Nickel, Wolfgang, Stiewe, Mechtild, Dipl.-Ing. Weiterentwicklung von Produkten, Prozessen und Rahmenbedingungen des betrieblichen Mobilitätsmanagements durch eine stärkere Systematisierung, Differenzierung und Standardisierung, 2007/08
[Schä96] Schäfer-Breede, Klaus Mobilitätsberatung für Unternehmen - Marktstudie zum Beratungs- und Servicebedarf auf dem Weg zum "Betriebsverkehrsplan", Ausgabe/Auflage 1, 1996
Weiterführende Literatur
[HoSt01] Müller Steinfahrt, Ulrich, Essert, Markus, Klaus, Peter , Liberda, Elisabeth, Hoppe, Frank Arbeitnehmerorientierte Mobilitätsgestaltung im Großraum Nürnberg, 2001/8
[Schö03a] Schöch, Roland Betriebliches Mobilitätsmanagement, 2003/04
[HRNR06] Rau, Petra, Holz-Rau , Christian , Prof. Dr.-Ing., Nickel, Wolfgang Betriebliches Mobilitätsmanagement mit Erfolgskontrolle, veröffentlicht in Straßenverkehrstechnik, Kirschbaum-Verlag, 2006/06
[mobi98] mobilité Unternehmens und Kommunalberatung GmbH Leitfaden Betriebliche Mobilitätsberatung, Berlin, 1998
[ivm10] Mobilität im Unternehmen effizient gestalten
Strategien für kostensparende, energieeffiziente und umweltfreundliche Mobilität, 2010
[Schä96] Schäfer-Breede, Klaus Mobilitätsberatung für Unternehmen - Marktstudie zum Beratungs- und Servicebedarf auf dem Weg zum "Betriebsverkehrsplan", Ausgabe/Auflage 1, 1996
[ILSISB00] Konsortium MOMENTUM und MOSAIC Mobilitätsmanagement Handbuch, Ausgabe/Auflage 1, Dortmund, Aachen, 2000, ISBN/ISSN 3-8176-1097-1
[VCD96] Büro für Verkehrsökologie, Schäfer-Breede, Klaus Mobilitätsmanagement in Betrieb und Verwaltung, veröffentlicht in VCD Materialien, Ausgabe/Auflage 1. , Verkehrsclub Deutschland VCD e.V. Eifelstraße 2, 53119 Bonn, 1996
[LWFB03] Beckmann, Klaus, Finke, Timo, Krug, Stephan, Langweg, Armin, Meinhard, Dirk, Witte, Andreas Mobilitätsmanagement in Deutschland und im Ausland, Stand von Theorie und Praxis, Aachen, 2003, ISBN/ISSN 3-88354-145-1
[ScFr99] Schmidt, Mario, Frings, Ellen Verkehr im Umweltmanagement, Berlin, 1999
[BBR04h] Prof. Dr.-Ing. Klaus J. Beckmann, Armin Langweg, Thomas Wehmeier, Andreas Witte, Gebhard Wulfhorst Verkehrsaufwandsmindernde Strukturen und Dienste zur Förderung einer nachhaltigen Stadtentwicklung, Bonn, 2004
[StöBo05] TRANSVER GmbH, Dr.-Ing. K. Bogenberger, Christoph Stöberl, Rupert Bobinger Wirkungen des Mobilitätsmanagements - Strukturierte Recherche bisheriger Forschungsergebnisse, 2005/04
[Lou13] Conny Louen Wirkungsabschätzung von Mobilitätsmanagement
Ansatzpunkte zur Modellierung & Ableitung von Potentialen und Wirkungen am Beispiel des betrieblichen Mobilitätsmanagements, 2013/11, ISBN/ISSN 978-3-88354-166-2
Glossar
CO
= Kohlenstoffmonoxid. Eine chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff und gehört damit neben Kohlenstoffdioxid zur Gruppe der Kohlenstoffoxide. Es ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas. Kohlenstoffmonoxid beeinträchtigt die Sauerstoffaufnahme von Menschen und Tieren. Schon kleine Mengen dieses Atemgiftes haben Auswirkungen auf das Zentralnervensystem.
Es entsteht bei der unvollständigen Oxidation von kohlenstoffhaltigen Substanzen. Dies erfolgt zum Beispiel beim Verbrennen dieser Stoffe, wenn nicht genügend Sauerstoff zur Verfügung steht oder die Verbrennung bei hohen Temperaturen stattfindet. Kohlenstoffmonoxid selbst ist brennbar und verbrennt mit Sauerstoff zu Kohlenstoffdioxid. Hauptquelle für die CO-Belastung der Luft ist der Kfz-Verkehr.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?18244

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