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Flughafen Halle-Leipzig: Pilotprojekt Bahnhofs-Check-in Magdeburg

Erstellt am: 15.11.2005 | Stand des Wissens: 11.02.2021
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
Institut für Mobilitäts- und Stadtplanung, Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr.-Ing. Dirk Wittowsky
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Die Deutsche Bahn AG und der Flughafen Leipzig/Halle starteten im Juni 2003 ein Pilotprojekt, das für Reisende mit Ausgangspunkt Magdeburg eine spezielle intermodale Verkehrsdienstleistung in Form eines Bahnhofs-Check-ins am Magdeburger Hauptbahnhof (Hbf) anbot. Dieser Service galt nur in Verbindung mit einem Vorabend-Check-in. Das Pilotprojekt sollte in Zukunft auch an weiteren Standorten Anwendung finden. Vorgesehen waren die Bahnhöfe der Städte Dresden, Chemnitz und Berlin. Der Flughafen Leipzig/Halle erweiterte durch diesen Service sukzessive sein Einzugsgebiet.

Der Bahnhofs-Check-in Magdeburg stand nicht nur den Nutzern der Deutschen Bahn offen, sondern auch allen Passagieren, die mit dem PKW oder einem anderen Verkehrsmittel aus dem Raum Magdeburg zum Flughafen Leipzig/Halle anreisten. Die 2003 neu eröffnete, stündliche InterCity-Direktverbindung zwischen Magdeburg und dem Flughafen Leipzig/Halle ermöglichte somit die umweltfreundliche Anreise mit dem Zug.

Der Bahnhofs-Check-in Magdeburg bot dem Reisenden folgende Vorteile:
  • Einchecken bereits am Vorabend des Abfluges,
  • Aufgabe des Gepäcks schon in Magdeburg,
  • Bordkarte mit Sitzplatz nach Wunsch erhielt der Reisende sofort,
  • Anreise zum Flughafen Leipzig/Halle ohne schweres Gepäck am Tag des Abfluges mit Bahn (stündlicher InterCity, Fahrtzeit 75 Minuten) oder PKW (über Autobahn A 14, Fahrtzeit circa 1 Stunde) und
  • Bahnreise zum Flughafen war bei vielen Reiseveranstaltern im Reisepreis enthalten [FlugLH03]
Der Preis für den Bahnhofs-Check-in in Magdeburg Hauptbahnhof betrug 10 Euro (bis zum Ende des Sommerflugplanes 2003 am 25.10.2003 war im Rahmen der Einführungsaktion die Nutzung des Services per Gutschein kostenlos). Für Kinder bis 17 Jahre, die sich in Begleitung eines mitreisenden Erwachsenen befanden, war der Service kostenfrei.

Am Vorabend des Abflugtages konnten Reisende zwischen 18 und 21 Uhr im DB ReiseZentrum des Magdeburger Hauptbahnhofes ihr Gepäck für annähernd alle Flüge mit Abflugort Flughafen Leipzig/Halle aufgeben. Gleichzeitig erhielten die Reisenden bereits ihre Bordkarte.

In den ersten vier Wochen checkten insgesamt 465 Passagiere im Reisezentrum des Magdeburger Hauptbahnhofes ein. Damit wurden die Erwartungen aller Beteiligten weit übertroffen.

Trotz der circa 10.000 zufriedenen Nutzer wurde das Pilotprojekt nach vier Jahren am 31.10.2007 wieder eingestellt. Die wirtschaftlichen Erwartungen, welche anfänglich in das Produkt gesetzt wurden, sind nicht erfüllt worden. Neben dem wirtschaftlichen Aspekt sind die zunehmenden Web-Check-in-Möglichkeiten ebenso zu nennen wie auch der wachsende Anteil an Low-Cost-Carriern, die kein Interesse hatten, Serviceangebote wie Vorabend-Check-in anzubieten. [Kehl07]
Ansprechpartner
Institut für Mobilitäts- und Stadtplanung, Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr.-Ing. Dirk Wittowsky
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Verknüpfung Schiene und Luft (Stand des Wissens: 17.07.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?289095
Literatur
[FlugLH03] Flughafen Leipzig/Halle GmbH, Marketing/PR Pressemitteilungen zum Pilotprojekt Bahnhofs-Check-In Magdeburg, 2003
[Kehl07] Cornelia Kehling, Vertriebspartner-Information zum Bahnhofs-Check-In Magdeburg, 2007

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?177135

Gedruckt am Montag, 4. Juli 2022 13:13:59