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Bildung von Kapazitätstypen nach durchgeführter Messtechnik

Erstellt am: 02.08.2005 | Stand des Wissens: 23.10.2018
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Das Leistungsvermögen einer wirtschaftlichen oder technischen Einheit kann unter messtechnischen Gesichtspunkten nach quantitativer oder qualitativer Kapazität unterschieden werden. Dabei bestehen sowohl bei der Erfassung und Interpretation als auch im Zahlenmaterial selbst und möglichen mathematischen Operationen große Unterschiede zwischen diesen beiden Kapazitätsarten.

Die quantitative Kapazität kann zudem in die Produktkapazität und die Potentialkapazität untergliedert werden.

In Abhängigkeit vom jeweiligen Intensitätsgrad kann die quantitative Kapazität in den folgenden vier Abstufungen bestimmt werden.
  • Die Spitzenkapazität resultiert aus dem maximal möglichen Intensitätsgrad und ist nur kurzfristig realisierbar.
  • Die Maximalkapazität kennzeichnet das dauerhaft maximal erreichbare Leistungsvermögen.
  • Die Normalkapazität resultiert aus dem durchschnittlich auftretenden Intensitätsgrad.
  • Die Optimalkapazität entspricht als vierte Abstufung dem betriebswirtschaftlich optimalen Intensitätsgrad bei minimalen Stückkosten. Die Optimalkapazität entspricht der Maximalkapazität, wenn Intensitätsgrad und Gesamtkosten direkt proportional zueinander sind.
Die qualitative Kapazität lässt sich in vier Komponenten untergliedern:
  • Art des Leistungsvermögens
  • Güte des Leistungsvermögens
  • Qualitative Flexibilität zur Erfassung des Zeitbedarfs für den Wechsel zwischen verschiedenen Leistungsarten
  • Quantitative Flexibilität zur Erfassung der Möglichkeiten zur Variation der Ausbringmenge
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Kapazitätsengpässe im Luftverkehr (Stand des Wissens: 04.12.2018)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?42946
Weiterführende Literatur
[KellPe63] Keller, Peter Die Kapazität von Luftverkehrsbetrieben, Mannheim, 1963
Glossar
Produktkapazität Die Produktkapazität entspricht dem outputbezogenen Leistungsvermögen einer Betriebseinheit in Mengeneinheiten eines Produktes. Dessen Bestimmung erfolgt bei heterogenen Produkten oder unterschiedlichen Arbeitsgängen an einer Kapazitätseinheit laut Literatur mittels Bildung eines Typenvertreters oder eines indifferenten Erzeugnisses. Diese Methoden basieren auf der Berechnung von Äquivalenzziffern. Dabei wird ein Produkt als Basisprodukt zugrunde gelegt, während alle anderen über Äquivalenzziffern umgerechnet werden. Diese Äquivalenzziffer gibt die Inanspruchnahme der kapazitiven Einheit im Verhältnis zum Basisprodukt an. Der Unterschied zwischen diesen beiden Methoden liegt in der Beschaffenheit des Basisproduktes. Die Methode des Typenvertreters basiert auf einem reellen Produkt und die des indifferenten Erzeugnisses auf einem fiktiven Durchschnittsprodukt.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?157464

Gedruckt am Dienstag, 19. November 2019 01:04:21