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Maßnahmen im Rahmen des Mobilitätsmanagements an Schulen

Erstellt am: 08.10.2004 | Stand des Wissens: 01.03.2019
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike

Im Rahmen des Verkehrs- und Mobilitätsmanagements an Schulen werden nachfolgend unterschiedliche Maßnahmen vorgestellt. Als Schwerpunkt gilt insbesondere die Erhöhung der Sicherheit auf Schulwegen.
Für die erfolgreiche Schulwegsicherung werden drei bedeutende Maßnahmen identifiziert [GDV10a]:
  • Verkehrserziehung,
  • Verkehrsregelnde und bauliche Maßnahmen sowie
  • Verkehrsüberwachung.
Durch die Integration der Verkehrs- und Mobilitätserziehung in die Lehrpläne wird ein wichtiger Grundstein zum Verständnis der Thematik für die Schüler geschaffen. Abgestimmt auf die jeweiligen Altersstufen werden in der Primarstufe, Sekundarstufe I und Sekundarstufe II Kenntnisse für die verantwortungsvolle Teilnahme am Straßenverkehr vermittelt sowie die hierzu erforderlichen Fähigkeiten und Haltungen der Schüler in den Bereichen der Sicherheits-, Sozial-, Umwelt- und Gesundheitserziehung gefördert [MSJK03].
Planerische und bauliche Maßnahmen zur Sicherung des Schulumfeldes sind z. B. [GDV10a; KLMB03]:
  • Mobilitätspläne, die das Mobilitätssystem Schule mittel- bis langfristig vorausplanen,
  • Schulwegpläne für Schüler und Eltern, die in einfach lesbarer Form die Empfehlung für den sichersten Schulweg vorgeben,
  • Optimierung der Schulanfangszeiten zur Effizienzsteigerung des Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Schulverkehr und
  • bauliche Maßnahmen, wie Überquerungshilfen, Radwege, geschwindigkeitsberuhigte Bereiche.
Die Wirkung der Maßnahmen zur Sicherung des Schulumfeldes sollte mit entsprechenden Begleitmaßnahmen im Rahmen einer wiederkehrenden Verkehrsüberwachung durch Polizei oder Verkehrsbehörden unterstützt werden.
Direkt auf der Ebene der Schüler können (verkehrs-)sichernde Maßnahmen zur Anwendung kommen, wie [BLFUW09; Gerl05]:
  • Schülerbegleiter, zumeist ehrenamtlich agierende Schüler höherer Jahrgänge, die Gewalt und Vandalismus in Verkehrsmitteln des ÖPNV reduzieren sollen oder auch
  • Bildung von Geh- oder Radfahrgemeinschaften.
Weitere Maßnahmen sind gezielte Kampagnen und Aktionen zu verschiedenen Themen im Kontext des Mobilitätsmanagements an Schulen sowie die ausreichende Bereitstellung von entsprechendem Informations- und Begleitmaterial.
Ansprechpartner
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Mobilitätsmanagement an Schulen (Stand des Wissens: 01.03.2019)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?112731
Literatur
[BLFUW09] Hawle, M., Völkl, P. Mobilitätsmanagement für Kinder, Eltern und Schulen, 2009/11
[GDV10a] k.A. Planerheft Schulwegsicherung, 2010, ISBN/ISSN ISSN 0724-3685
[Gerl05] Gerlach, Jürgen, Prof. Dr. Busschule und Busbegleiter, veröffentlicht in Verkehrszeichen, Ausgabe/Auflage 03/05, 2005/07
[KLMB03] Bohl, Stefan, Dipl.-Ing., Kötter, Burkhard, Dipl.-Ing., Lampe, Bernward, Mehlert, Christian, Dr.-Ing. Optimierung des Schülerverkehrs, veröffentlicht in Der Nahverkehr, Ausgabe/Auflage 12, 2003
[MSJK03] k.A. Verkehrs- und Mobilitätserziehung in der Schule - Rahmenvorgabe, 2003, ISBN/ISSN ISBN 3-89314-718-7
Weiterführende Literatur
[BAST12b] Gerlach, Jürgen , Leven, Tanja , Leven, Jens , Neumann, Annegret , Jansen, Theo Entwicklung, Verbreitung und Anwendung von Schulwegplänen, veröffentlicht in Berichte der Bundesantsalt für Straßenwesen, Unterreihe M - Mensch und Sicherheit, Ausgabe/Auflage Heft M 230, Carl Schünemann Verlag, Bergisch Gladbach , 2012/10
[GUV00] Rudolf Günther, Hartmut Klute, Martin Kraft, Detlev Lipphard, Helmut Schrödel Schulweglexikon, 2000/10
Glossar
Öffentlicher Personennahverkehr
Der öffentliche Personennahverkehr ist juristisch im Personenbeförderungsgesetz (PBefG) definiert. Laut Paragraf 8, Absatz 1 und 2 umfasst der ÖPNV "die allgemein zugängliche Beförderung von Personen mit Straßenbahnen, Obussen und Kraftfahrzeugen im Linienverkehr, die überwiegend dazu bestimmt sind, die Verkehrsnachfrage im Stadt-, Vorort- oder Regionalverkehr zu befriedigen". Taxen oder Mietwagen können dieses Angebot ersetzten, ergänzen oder verdichten.
Der Begriff ÖPNV bezieht sich in der Regel auf Strecken mit einer gesamten Reiseweite von weniger als 50 Kilometern oder einer gesamten Reisezeit von weniger als einer Stunde. Das in einer Stadt oder Region erforderliche Nahverkehrsangebot und dessen Eignung hinsichtlich Nachhaltigkeit und Klimaschutz wird in einem Nahverkehrsplan definiert und festgehalten.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?113036

Gedruckt am Freitag, 12. August 2022 22:59:56