Synthesebericht

Pkw-Besetzungsgrad bei der privaten Autonutzung

Erstellt am: 29.03.2004 | Stand des Wissens: 12.04.2016
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Der durchschnittliche Besetzungsgrad von Pkw ist in Deutschland über Jahrzehnte kontinuierlich gesunken. 1990 waren durchschnittlich 1,56 Personen pro Pkw unterwegs [DHHK98], 2003 1,35 Personen pro Pkw [DIW03d]. 2008 waren Privat-Pkw im Durchschnitt mit knapp 1,5 Personen besetzt [infas10, S. 3]. Nach [BMVBS06i] wurden die leicht steigenden Besetzungsgrade für die letzten Jahre als Reaktion auf stark gestiegene Kraftstoffpreise gesehen.

Grundsätzlich wirkt eine zunehmende Motorisierung besetzungsgradsenkend, die zunehmende Bedeutung privater Reisezwecke und die Bildung von Fahrgemeinschaften erhöht dagegen den Besetzungsgrad [BMVBS06i, S. 54]. Während der Besetzungsgrad mit der Haushaltsgröße zunimmt, sinkt er mit zunehmendem Pkw-Besitz im Haushalt ab [DHHK98, S. 22].

Im Berufs- und Dienstverkehr ist der mittlere Besetzungsgrad mit 1,2 und 1,1 Personen besonders gering [infas10, S. 91]. Fahrgemeinschaften sind sehr selten, könnten aber vor allem im Berufsverkehr zu einer Reduktion der Fahrleistungen beitragen und so Spitzenbelastungen im Verkehrsnetz reduzieren und Kosten einsparen.

Weitere ungewichtete Besetzungsgrade lassen sich nach [infas10, S. 91] ermitteln für:
  • Wege zur Arbeit mit 1,2 [nach DHHK98: 1,24]
  • dienstliche Wege mit 1,1
  • Ausbildungswege mit 1,7
  • Einkaufswege mit 1,5
  • Wege für Erledigungen mit 1,5
  • Freizeitwege mit 1,9 [nach DHHK98: 1,86],
  • und Begleitwege mit 1,9.
Die Fahrtlänge hat einen geringeren Einfluss auf den Besetzungsgrad als der Fahrtzweck: Der gewichtete Besetzungsgrad steigt nach [DHHK98] von 1,46 bei Fahrten bis 2,5 km auf 1,84 bei Fahrten bis 100 km; über 100 km liegt er bei 1,64.